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Lehrer auf Exkursion: Die Müritz-Region als Goldmine für Ideen

Georg Scholz und Ilona Krohn haben in Waren und Umgebung anhand der Bürgerbeteiligung zur Ortsumgehung Waren politische Prozesse untersucht.
Georg Scholz und Ilona Krohn haben in Waren und Umgebung anhand der Bürgerbeteiligung zur Ortsumgehung Waren politische Prozesse untersucht.

VonJörg Döbereiner

Seit mehreren Jahren be-
suchen junge Pädagogen aus Rheinland-Pfalz während ihrer Ausbildung die Müritz-Region. Sie holen sich Anregungen für den Umgang mit ihren Schulklassen.

Waren.„Es ist eine schöne Gegend hier“, sagt Georg Scholz nach vier Tagen an der Müritz, und Ilona Krohn stimmt ihm zu. Klar könnten sie sich vorstellen, noch einmal wiederzukommen, jetzt, wo sie die Umgebung kennen gelernt haben.
Nein, Georg Scholz und Ilona Krohn sind keine Touristen, die sich in der Region erholen wollen. Beide sind angehende Geografie-Lehrer, stehen vor der zweiten Staatsexamensprüfung. Gemeinsam mit 21 anderen Referendaren aus den Fächern Biologie und Geografie vom Studienseminar Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz erkundeten sie in der vergangenen Woche die Umgebung rund um Waren. Ihr Ziel: sich mit unterschiedlichen Themen in der Region zu befassen und Möglichkeiten kennen zu lernen, wie sie ihre Schulklassen dafür begeistern können.
„Wir haben im Rahmen unserer Exkursion unter anderem Boden und Gewässer in der Region untersucht, Pflanzen bestimmt und den Tourismus in Waren und Malchow verglichen“, berichtet Ilona Krohn von der ereignisreichen Woche. Besonders intensiv beschäftigten sich die Referendare mit einem Thema, das seit geraumer Zeit vor allem rund um Waren für Aufregung sorgt: die Ortsumgehung. Zunächst informierten sich die angehenden Lehrer über das Thema. „Danach haben wir uns in die Lage verschiedener Bürger versetzt und uns gefragt: Welche Argumente sind wichtig für uns?“, erklärt Ilona Krohn. Das Planspiel mit Diskussionsleitern und verschiedenen Interessengruppen möchten die jungen Lehrer bald im Unterricht wiederholen und so den Schülern anschaulich vermitteln, wie politische Prozesse funktionieren.
Auch während der Stadtbesichtigung in Waren lernten die Referendare neue Möglichkeiten kennen, Schülern eine Innenstadt auf spannende Weise näher zu bringen. Statt einer einfachen Führung suchten sie in der Warener Innenstadt selbst nach historischen Spuren, etwa nach Straßennamen wie „Burggasse“ oder nach alten Gebäuden wie der St.-Georgenkirche. Und wer weiß, vielleicht wird man den einen oder anderen Lehrer bald mit der eigenen Schulklasse auf Exkursion durch Waren ziehen sehen.

Kontakt zum Autor
j.doebereiner@nordkurier.de

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