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Malchower Bus-Engel schweben auf Wolke Sieben

Toll, 1050 Euro gab es jetzt für die Malchower Bus-Engel, die sich an einem deutschlandweiten Wettbewerb beteiligt und dabei einen zweiten Platz belegt haben.  FOTO: Petra Konermann
Toll, 1050 Euro gab es jetzt für die Malchower Bus-Engel, die sich an einem deutschlandweiten Wettbewerb beteiligt und dabei einen zweiten Platz belegt haben. FOTO: Petra Konermann

VonPetra Konermann

Dieser Job hat es in sich: an Haltestellen und im Schulbus für Ordnung sorgen. Freiwillig gehen elf Schüler vor und nach der Schule auf „Streife“ und können so manche Geschichte erzählen – auch haarsträubende.

Malchow.Da fliegen die Turnbeutel, Bananen-Schalen, gerne auch saftige Worte – und zwar in Richtung Bus-Engel. Sabine aus Alt Schwerin, Melanie aus Nossentiner Hütte oder auch Henning aus Kogel gehören zu den Malchower Schülerlotsen, die vor allem in den Bussen unter Schulkameraden für Ordnung sorgen, oft genug auch für gutes Benehmen. Auf insgesamt fünf Strecken zwischen Malchow und den Wohnorten der Fahrschüler sind die elf Bus-Engel unterwegs. Leicht, das sagt zum Beispiel Melanie, ist dieses Amt oft nicht. „Aber es macht trotzdem Spaß“, sagt die Schülerin der Fleesenseeschule.
Vielleicht vor allem deshalb, weil die Bus-Engel einige Erfolge vorweisen können: Auf der einstigen „Problem-Strecke“ Malchow-Penkow ist es schon sehr viel ruhiger geworden. Diese Schulbus-Linie war es auch, die vor gut zwei Jahren zu Gründung der Malchower Bus-Engel geführt haben. Wie Polizeihauptmeisterin und Präventionsbeamtin Bianka Schröder erzählt, waren die Probleme so gravierend, dass Handlungsbedarf bestand. „Zum Beispiel liefen einige Schüler morgens beim Warten auf die Straße. Das war richtig gefährlich“, erinnert sie sich. Vertreter von Schule, Polizei, dem damalige Landkreis und das Busunternehmen PVM kamen an einen Tisch. „Wir haben überlegt, welche Maßnahme am wirksamsten wäre, um dort, aber auch auf anderen Strecken mehr Ruhe reinzubekommen“, sagt Bianka Schröder. Im Rahmen des Ganztagsschulprojektes wurden die Lotsen-Gruppe aus der Taufe gehoben, die sich selbst den Namen „Bus-Engel“ gegeben haben. Alle zwei Wochen kommen die Engel aus ganz verschiedenen Altersstufen zusammen, um sich auszutauschen oder auch, um sich den angestauten Frust von der Seele zu reden.
In diesen Beratungsrunden bekommen die Bus-Engel von Schulsozialarbeiterin Nadja Ismael und von Polizistin Bianka Schröder das Rüstzeug, um ihren Schulkameraden in kritischen Situationen gegenüber treten zu können.
Ein Konzept, das nicht auf den Bus-Strecken rund um Malchow aufgegangen ist, sondern das auch andere überzeugt. Bei dem deutschlandweiten Wettbewerb „Mobil und sicher“ haben die Bus-Engel einen zweiten Platz hinter einem Stuttgarter Schüler-Projekt abgesahnt und damit 1050 Euro gewonnen. Jubel bei den Malchower „Engeln“, die sich von dem Geld einen lang gehegten Wunsch erfüllen wollen: Mal so richtig Gas-Geben auf einer Kartbahn und dabei nicht auf den Straßenverkehr zu achten.

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p.konermann@nordkurier.de

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