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Malchower Spielleute schmettern „Hosen“-Hit

30 Jahre alt und kein bisschen leise: Die Malchower Spielleute unternahmen zum Jubiläum eine Reise durch ihre eigene Geschichte und führten auch lange nicht gehörte Stücke auf.  FOTos (3): Petra Konermann
30 Jahre alt und kein bisschen leise: Die Malchower Spielleute unternahmen zum Jubiläum eine Reise durch ihre eigene Geschichte und führten auch lange nicht gehörte Stücke auf. FOTos (3): Petra Konermann

VonPetra Konermann

Abba-Songs und Vangelis-Hits, Rossini-Klänge und DDR-Kinderlied: Wer glaubt, ein Spielmannszug produziert ausschließlich Marschmusik, der wurde zur Geburtstagsfeier der Malchower Spielleute eines Besseren belehrt.

Malchow.Bei der Generalprobe vor wenigen Tagen in Klocksin klappte nicht alles – zum Glück. Denn so konnten sich die 26 Musiker sicher sein, dass jetzt beim Konzert anlässlich des 30. Geburtstages des Spielmannszuges jeder Ton saß.
Auch bei der „Kleinen weißen Friedenstaube“ – ein Kinderlied, das wohl die meisten der Geburtstagsgäste in der Malchower „Werleburg“ mehr als 20 Jahre nicht gehört hatten und das viele ehemalige DDR-Bürger mit ihrer Schulzeit verbinden. „Es war das erste Lied, das unser Spielmannszug einstudierte. Wir waren stolz damals“, berichtet Brigitte Fäcknitz, die 1983 gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Herbert Tamm das Musik-Ensemble an der Hohen Wangeliner Schule aus der Taufe gehoben hat.
Zwischen der „Friedenstaube“ von 1983 und dem Geburtstagskonzert 2013 liegen Welten: Die Musiker spielen heute drei-, vier- und sogar fünfstimmig, sie haben ihren Namen und ihr Zuhause gewechselt. Als Spielmannszug Hohen Wangelin waren die gemeinsam musizierenden Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ein Begriff, als „Malchower Spielleute“ sind sie es heute. „Nach dem Aus der Schule in Hohen Wangelin mussten wir uns nach einem neuen Ort für Proben umsehen. Viele unserer Mitglieder kamen aus Malchow, da lag die Fleesensee-Schule nahe, auch, dass wir uns einen neuen Namen gegeben haben“, sagt die erste Vereinsvorsitzende Brigitte Fäcknitz.
Längst hat sie den Staffelstab zunächst an Rolf Janecke und aktuell an Sonja Neumann übergeben. Das Jubiläum war für Brigitte Fäcknitz jedoch ein guter Grund, um in Erinnerungen zu schwelgen. „Die Rede ist mir aus der Feder geflossen. Da musste ich nicht lange nachdenken“, sagt die ehemalige Lehrerin, die durch den Kontakt zu Schülern immer für musikalischen Nachwuchs werben konnte. Der wird auch heute noch dringend gesucht, bestätigt die jetzige Vereinsvorsitzende Sonja Neumann. „Die meisten unserer Musiker sind Kinder und Jugendliche, und die scheiden nach der Schule meist aus. Deshalb ist jeder, gerne auch Erwachsene, bei uns willkommen“, betont sie. Fred Eschert, der musikalische Leiter des Ensembles, macht Interessenten Mut: „Auch für den, der noch nie ein Instrument gespielt hat, finden wir was.“ Die Auswahl ist groß: Flöten, Lyra, Horn, Bongos und Trommeln erklingen, wenn die Malchower Spielleute loslegen. Die hatten übrigens für ihre Gäste anlässlich der Geburtstagsparty auch eine Premiere parat: Den Hit der Toten Hosen „Tage wie dieser“ spielten sie zum ersten Mal öffentlich.
Lust mitzumachen? Immer freitags um 16 Uhr treffen sich die Malchower Spielleute für ihre Proben in der Fleesensee-Schule.

Kontakt zur Autorin
p.konermann@nordkurier.de

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