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Männer ölen noch die Kehlen

Ulli Möller, Dienstältester im Penzliner Männerchor, prostet sich mit seinem Vereinsvorsitzenden Wolfgang Jaeger zu. Beide trinken auf ein gutes Gelingen des Sängertreffens am Wochenende. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas beigang
Ulli Möller, Dienstältester im Penzliner Männerchor, prostet sich mit seinem Vereinsvorsitzenden Wolfgang Jaeger zu. Beide trinken auf ein gutes Gelingen des Sängertreffens am Wochenende. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas beigang

VonThomas Beigang

Die Penzliner haben eingeladen und alle kommen. Das Sängertreffen auf der Neuen Burg lässt sich kaum jemand vom Fach entgehen. Und da ist dann auch noch ein Rekordversuch offen.

Penzlin.„Prost Ulli“ und „Prost Wolfgang. Die beiden Penzliner Sangesbrüder stoßen an auf die gelungene Vorbereitung des Chortreffens am Sonnabend. Aber bis es soweit war, dass Wolfgang Jaeger und Ulli Möller sich das Bier guten Gewissens schmecken lassen konnten, war eine lange Wegstrecke zurück zu legen. Jaeger, der Vorsitzende des Männerchor-Vereins, hat unzählige Telefonate geführt, Dutzende Briefe geschrieben und viele Klinken geputzt. Aber nun steht fest: Beim Sangestreffen an der Penzliner Neuen Burg werden 21 Chöre dabei sein, alles in allem rund 500 „goldene Kehlen“. „Gemeinsam mit unserem Kirchenchor und dem Frauenchor aus Penzlin haben wir die Strippen gezogen“, so Jaeger. Mit Erfolg. „Es ist für alles gesorgt“, so der Vereinsvorsitzende, der Ulli Möller an seiner Seite weiß. Und mit Sängertreffen in Penzlin kennt sich niemand auch nur annähernd so gut aus, wie der 83-Jährige. Der singt nicht nur seit 59 Jahren als aktives Mitglied im Chor mit, sondern war schon bei dem allerersten Penzliner Sängertreffen 1954 mit an Bord. „An dem Tag, als Westdeutschland Fußball-Weltmeister wurde“, vergisst der Sänger das Datum nie. Gegen halb zehn am Sonnabend kommt das Gros der Chöre, selbst aus Berlin reist einer an, in der Stadt an. Jaeger und seine Mannen haben für Verpflegung gesorgt und nach elf Uhr setzen sich die Chöre zu einem Fest-Marsch quer durch die Stadt zur Neuen Burg in Bewegung. Hier soll es gegen 12 Uhr losgehen, pro Chor haben die Veranstalter rund zehn Minuten eingeplant.
Ein Chor allerdings genießt Sonderrechte –jener aus Penzlins niedersächsischen Partnerstadt Otterndorf. Die nämlich erscheinen schon einen Tag früher als alle anderen und übernachten bei ihren Penzliner „Kollegen“. „Das ist Ehrensache“, sagt Jaeger, „schließlich kennen wir uns alle lange genug und durften auch schon deren Gastfreundschaft genießen“.
Ob allerdings das ehrgeizige Ziel, zu Ehren der 750-Jahr-Feier Penzlins auch 750 Sängerinnen und Sänger auf einmal trällern zu lassen, klappt – das wissen auch Wolfgang Jaeger und Ulli Möller noch nicht. Beide rechnen noch einmal nach: 500 aktive Sänger, einige Hundert Zuschauer und Zuhörer – wenn von denen noch rund 250 mitmachen und mitsingen, dann könnte es klappen. „Wird schon, Ulli“, sagt der Chor-Vorsitzende und stößt mit dem Oldie an. Schließlich müssen bis zum Chortreffen die Kehlen noch etwas geölt werden.

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