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Mit oder ohne Besen: Die Burg ist eine Reise wert

VonCarsten Schönebeck

Wohin mit Wochenend und Feiertag? In unserem Thema der Woche zeigen wir Orte in der Region, die immer wieder einen Besuch wert sind. Und das, was sie Neues zu bieten haben.

Penzlin.Nicht nur für das Penzliner Jubiläumsjahr gilt das Motto „Diese Stadt zieht magisch an“. Denn schließlich hat die Alte Burg im Herzen des modernen Penzlin schon so manch magischen Moment in ihrer Geschichte erlebt. Sind die Hexen und Dämonen, die heute dort ihr Unwesen treiben vor allem verkleidete Anwohner zur Walpurgisnacht, ging es in der frühen Neuzeit ganz anders zu. Das Museum in dem historischen Gemäuer widmet sich der Hexenverfolgung und den magischen Bräuchen in Mecklenburg. Und die Realität bedarf kaum einer gruseligen Ausschmückung: Von den sprichwörtlichen Stäben, die über den Angeklagten gebrochen wurden bis zu den Folterinstrumenten, die ein Geständnis erzwingen sollten, zeigt das Museum, was die Justiz in früheren Jahrhunderten zu bieten hatte.
Aber die Ausstellung dreht sich nicht nur um die tragischen Schicksale der Verfolgung. Es zeigt auch, welche Rolle die Magie im Alltag spielte. Glücksbringer, Rituale, Tränke – sie alle sollen in diesem Jahr noch stärker in den Fokus des Museums rücken. „Wir arbeiten an einer Neuauflage der Ausstellung für Alltagsmagie und Brunnenfunde“, erklärt Mitarbeiterin Irmtraud Kittner. Bis vor zwei Jahren gab es bereits eine Sonderausstellung zu dem Thema, doch die Leihgaben eines Privatmannes aus Schwerin musste das Museum 2011 zurückgeben. In diesem Jahr soll, mit finanzieller Unterstützung des Landes, die Neuauflage eröffnet werden.
Beim Backen, Brauen oder Heilen spielte Magie eine große Rolle – nicht nur im finsteren Mittelalter. Bis weit ins letzte Jahrhundert waren beispielsweise Heilsprüche für kranke Tiere noch weit verbreitet. Und wer heute noch gelegentlich einen Cent in einen Brunnen wirft, der kann schon ahnen, dass den Wasserquellen früher eine besondere Bedeutung zukam. „Knochenreste und andere Dinge, die man in alten Brunnenschächten findet, stehen in Verbindung mit Zauberei“, sagt Kittner.
Voraussichtlich im Juni soll auch eine neue Sonderausstellung eröffnet werden. Das Museum zeigt historische Jagdwaffen und dazu passend Malereien, die sich mit Jagd und Wildtieren auseinandersetzen.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

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