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Nix mit Rindern: Schwein macht mehr Spaß

VonJörg Döbereiner

Und es gibt sie doch: Begabte junge Leute, die in die Land- und Tierwirtschaft gehen. Claudia Wiese ist eine von ihnen.

Penkow.Schon als Kind war Claudia Wiese klar: Der spätere Beruf muss etwas mit Tieren zu tun haben. „Bekannte hatten in Federow eine Milchviehanlage, da habe ich gern geholfen, die Kälber zu versorgen“, sagt sie. Die heute 23-Jährige arbeitet immer noch mit Tieren – und das so erfolgreich, dass sie beim diesjährigen Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend in der Sparte Tierwirtschaft Landesmeisterin wurde.
In der ohnehin schrumpfenden Gruppe junger Nachwuchskräfte auf dem Land nimmt Claudia Wiese einen Sonderplatz ein: Während die meisten Tierwirte sich auf Rinderhaltung spezialisieren, kümmert sie sich lieber um Schweine. „Von 15 Tierwirten in meinem Berufsschuljahrgang hatten vier mit Schweinen zu tun“, sagt sie. Dabei steht für sie klar fest: „Schwein macht mehr Spaß“. Im Rinderstall dürfe der Lehrling meist nur melken, da sei die Ferkelaufzucht schon ein spannenderes Gebiet. Der Geruch stört Claudia Wiese dabei ebenso wenig wie die harte Arbeit. „Für mich würde nichts anderes in Frage kommen.“
Heute klingt die Entscheidung für die Schweinezucht eindeutig, doch musste Claudia Wiese erst eine Lehre als Pferdewirtin absolvieren bis sie wusste, was sie wollte. Umsonst waren die Lehrjahre allerdings keineswegs, denn zum einen verkürzten sie ihre zweite Lehrzeit um zwei Jahre. Zum anderen erwarb sie hier das nötige Wissen, um beim Berufswettbewerb die Konkurrenz in den Schatten zu stellen. „Beim Wettbewerb ging es um sehr breites Allgemeinwissen und um berufstheoretisches Wissen“, erklärt Claudia Wiese. Da konnte sie mit ihrer Erfahrung punkten. Zudem mussten die Kandidaten in einer Präsentation die Tierhaltung im eigenen Betrieb erläutern. Bei Claudia Wiese ist das das Gut Schweinezucht Alt Gaarz/Blücherhof, wo sie bis zum Herbst als Facharbeiterin übernommen wurde. Ab September wird daraus aber wohl ein Minijob – denn die Top-Azubine zieht es zum Studium der Agrarwirtschaft in das 60 Kilometer entfernte Güstrow.
Trotz der Entfernung will Claudia Wiese die Pendelei auf sich nehmen, denn Heimkommen lohnt sich: In Penkow wartet schließlich ihr Freund auf sie – und Mischlings-Hündin Reesy.

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j.doebereiner@nordkurier.de

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