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Notfall: Treffpunkt für Jugend bleibt weiter geschlossen

Wegen Personalmangel geschlossen: Hausaufgabenhilfe, Bewerbungstraining und Streitschlichtung müssen im Treffpunkt „Altes Rathaus“ weiter ausfallen.  FOTO: cs
Wegen Personalmangel geschlossen: Hausaufgabenhilfe, Bewerbungstraining und Streitschlichtung müssen im Treffpunkt „Altes Rathaus“ weiter ausfallen. FOTO: cs

VonCarsten Schönebeck

Die schnelle Lösung gab es nicht. Der Penzliner Jugendclub ist weiterhin geschlossen. Und während die Fördergelder verfallen, sorgt sich die Stadt um das eigene Säckel.

Penzlin.Die Kündigung kam unerwartet. Als Leiterin Rita Kohl Mitte März den Penzliner Jugendclub „Altes Rathaus“ verließ, blieb der Stadt nichts weiter übrig, als die Türen abzuschließen. Nur vorübergehend, wie betont wurde. Ohne eine Fachkraft konnten für den Nachwuchs keine Angebote gemacht werden. Allerdings gab es damals noch Hoffnung auf eine zügige Wiedereröffnung. Die habe sich inzwischen zerschlagen. Auch zwei Monate später gibt es keinen Ersatz.
„Die Bewerbungen halten sich in Grenzen“, bestätigt Dagmar Kaselitz, zuständig für die Jugendarbeit der Stadt. Zudem hätten die Bewerber nicht immer die notwendige Qualifikation. Eine pädagogische Ausbildung ist Pflicht für die Leitung des Clubs. Doch auch unter den verbliebenen Bewerbern ziert man sich, eine Entscheidung zu treffen – obwohl die Bewerbungsfrist ausgelaufen ist. Solange der Treffpunkt geschlossen bleibt, spart die Stadt Geld für den Betrieb. Frühestens im Juni will man entscheiden, wie es weitergeht. Dann, wenn die Stadtvertretung einen Haushalt beschlossen hat. „Wir brauchen auch eine gewisse Sicherheit, um den neuen Vertrag abzuschließen“, so Bürgermeister Sven Flechner (WPL). In der kommenden Woche steht in Penzlin der Haushalt auf der Tagesordnung der Stadtvertreter. Man könne nicht wissen, ob dann Kürzungsvorschläge bei der Jugendarbeit eingebracht werden. „Bisher war das kein Thema, aber solange werden wir noch abwarten“, sagt Flechner.
Dadurch spart die Stadt zwar Geld, gleichzeitig gehen aber Fördergelder verloren, die Kreis und Land für die Jugendarbeit zur Verfügung stellen. Und den Verantwortlichen läuft die Zeit davon. Denn die offene Stelle im Jugendclub ist befristet. Einen Vertrag gibt es nur bis zum Ende des Jahres. „Wir sind von Fördergeldern abhängig, die das Land auszahlt und die müssen jedes Jahr neu verhandelt werden“, erklärt Bürgermeister Sven Flechner (WPL). Das war schon im März als Problem für die Besetzung des Postens genannt worden. „Ich kann es den Leuten nicht verübeln, wenn sie nicht jedes Jahr neu um ihren Arbeitsplatz bangen wollen“, so Flechner. Trotzdem könne er nicht schneller handeln. „Es geht um eine freiwillige Aufgabe der Stadt, da kann ich nicht einfach neue Verträge schließen, ohne dass die Stadtvertretung das genehmigt hat.“

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