Das zugenagelte Voß-Haus wartet auf Fördergeld aus Schwerin. Nach der Sanierung soll hier auch die Bücherei einziehen. [KT_CREDIT] FOTO: thb
Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Beigang
Außer der Alten Burg hat Penzlin seinen Besuchern nicht wahnsinnig viel zu bieten. Deshalb setzt man im Rathaus Hoffnungen auf den größten Sohn der Stadt.
Penzlin.Jeden Tag kann die Nachricht kommen. „Man hat uns gesagt, die Entscheidung fällt Mitte Juni“, so Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (Wählergemeinschaft). Immerhin – für die kleine Stadt geht es um keinen Cent weniger als 400 000 Euro. Auf exakt diese Summe beläuft sich die erhoffte Förderung für die Sanierung und den Umbau des „Voß-Hauses“ am Penzliner Markt. Johann Heinrich Voß (1751-1826), Dichter und Übersetzer, gilt als größter Sohn der Stadt. „In seinem Vaterhaus sollen neben einer ständigen Voß-Ausstellung auch die Stadtbücherei und die Touristeninformation Platz finden“, träumt Penzlins Stadtoberhaupt in die Zukunft. Allein kann die Stadt die Summe für die Instandsetzung des Hauses, an dem der Zahn der Zeit gewaltige Spuren hinterlassen hat, aber nicht aufbringen. „Wir haben uns deshalb an einer Ausschreibung beteiligt“, so Bürgermeister Flechner. Bei dem sogenannten Leader-Wettbewerb, durchgeführt von 13 lokalen Aktionsgruppen gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium, ging es darum, innovative Projekte zu finden, die zeigen, wie die Entwicklung in den ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns auch unter den Bedingungen des demografischen Wandels gestaltet werden kann. Für die drei Siegerprojekte stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Zehn Vorschläge sind bis Ende März eingereicht worden“, weiß Sven Flechner, dem nichts anderes mehr übrig bleibt, als die Daumen zu drücken. Jeden Tag kann mit der Post aus der Landeshauptstadt die gute oder schlechte Nachricht im Rathaus eintreffen. Bei der Entscheidung über die drei Siegerprojekte müssen sich alle Vorschläge dem landesweiten Votum aller lokalen Aktionsgruppen Leader stellen. Jede Gruppe ermittelt nach festgelegten Kriterien eine Rangliste der Gewinner. Die Auswertung der Stimmabgabe erfolgt durch das Ministerium für Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Die drei Projekte mit den meisten Stimmen sind die Siegerprojekte, die in den nächsten drei Jahren gefördert werden.