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Radler sollen weniger tanken

VonCarsten Schönebeck

Wer abends radelt, sollte das Licht einschalten. Wer im übertragenen Sinne die Lampe an hat, der lässt das Gefährt lieber stehen. Auch an der Müritz fordern einige schärfere Gesetze für Alkohol am Lenker.

Waren.1,68 und 2,14 Promille - das Ergebnis einer Polizei-Kontrolle bei zwei Radlern am vergangenen Wochenende in Grabowhöfe. Beide lagen deutlich über dem Pegel, der am Lenker erlaubt ist - 1,6 Promille. So verliert man auch auf dem Fahrrad seinen Führerschein. In der Politik werden derzeit noch schärfere Gesetze diskutiert. Wie auch bei Autofahrern könnte künftig ab 1,1 Promille eine Straftat vorliegen.
Alkoholtests bei Radfahrern sind in der Müritz-Region bisher die Ausnahme.Bei den speziellen Rad-Kontrollen, die vor allem im Frühherbst stattfinden, wird zwar die Fahrsicherheit des Gefährts geprüft, nicht aber die des Fahrers.„Wir machen das nur, wenn jemanden offensichtliche Ausfallerscheinungen zeigt“, so Rüdiger Ochlast, stellvertretender Leiter des Polizeireviers in Waren. Er würde eine härtere Regelung in Sachen Alkohol allerdings begrüßen. Wie stark das Trinken die Fahrtüchtigkeit beeinflusse, sei von Person zu Person unterschiedlich. Den derzeitigen Grenzwert von 1,6 Promille hält er persönlich aber für zu hoch. „Die meisten können mit 1,1 Promille nicht mehr geradeaus fahren“, sagt Ochlast.
Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert einen niedrigeren Grenzwert. Eine völlige Gleichbehandlung mit Autofahrern aber lehnt der Verband ab. Für die ist schon das Fahren mit mehr als 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit. Das sei bei Radlern nicht notwendig, heißt es vom ADFC.
Die aktuelle Unfall-Statistik ist beim Ruf nach härteren Regeln nur eine schwache Stütze. Die Anzahl der Radfahrunfälle in der Müritzregion ging im vergangenen Jahr zurück. 62 Radler waren an Unfällen beteiligt, 2011 waren es noch 75. Nur einmal war auf Zweirad-Seite Alkohol im Spiel. Auch bundesweit sinktin den letzten Jahren die Zahl der Radfahrunfälle unter Alkoholeinfluss.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

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