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Saubere Sache: Im Frühling wird die Müritz bekehrt

VonJörg Döbereiner

Während in Grabowhöfe beim kommunalen Frühjahrsputz bald alle mit anpacken, kümmern sich in Waren, Röbel und Malchow Profis um den Dreck. Obwohl die Arbeiter kräftig im Einsatz sind, glänzt es noch nicht überall – daran trägt auch der lange Winter Schuld.

Waren.Es ist schon eine ganz besondere Aktion, zu der Enrico Malow, Bürgermeister von Grabowhöfe, seine Mitbürger zum mittlerweile vierten Mal aufruft. Die Gemeinde trifft sich am kommenden Samstag zum gemeinsamen Arbeitseinsatz – schließlich soll das warme Licht der Frühlingssonne nicht auf Zigarettenstummel und Plastikverpackungen fallen. Zuerst sammeln, fegen und harken die Bewohner der sieben Ortsteile, bis die Straßen sauber sind, hinterher sitzen sie gemütlich bei einer Bockwurst zusammen. „Die Leute machen fleißig mit“, freut sich Enrico Malow über die rege Beteiligung der vergangenen Jahre.
In Röbel blieb jene rege Beteiligung aus, als vor Jahren ein ähnliches Projekt zum Laufen gebracht werden sollte. Deshalb verzichtet die Stadt auf einen offiziellen Aufruf zum Frühjahrsputz. Fleißige Bürger gibt es aber trotzdem genügend. „Wer bei uns etwas tun will, der meldet sich in Eigeninitiative“, sagt Frank Schulze, Leiter des Ordnungsamts. Jedes Jahr gebe es einige Vereine und Parteien, die an die Verwaltung heranträten und sich bereit erklärten, etwas gegen den Schmutz des Winters zu tun, so Frank Schulze.
In Waren macht sich indes der lange Winter bis in den Frühling hinein bemerkbar. „Von November an bis zum
8. April haben wir über 2100 Tonnen an Kies-Salz-Gemisch verstreut“, berichtet Bauhof-Leiter Frank-Holger Huhs. Ein Teil dieser enormen Menge liegt unübersehbar noch in den Warener Straßen, doch arbeiten die Mitarbeiter des Bauhofs fieberhaft daran, den Kies zu beseitigen. „Von morgens vier Uhr bis nachmittags um 16 Uhr fährt unsere große Kehrmaschine“, so Frank-Holger Huhs. Für seine Mitarbeiter ist es außerdem an der Zeit, Verkehrsschilder zu reinigen, Bänke aufzustellen, Bäume zu beschneiden und die Geräte der 63 Spielplätze in Waren zu kontrollieren. Und die Zeit dafür drängt, wie Huhs deutlich macht: „Am 1. Mai beginnt die Mäh-Saison.“
Auch in Malchow arbeitet man unter Hochdruck daran, den Streukies aus den Straßen zu kehren. „Wir sind dabei, uns hübsch zu machen“, sagt Bürgermeister Joachim Stein. Einen gemeinsamen Frühjahrsputz wie in Grabowhöfe kenne man in der Inselstadt nicht. „Die Stadt könnte immer noch ein wenig besser aussehen, aber wir leisten unser Pensum“, zeigt sich das Stadtoberhaupt gewappnet für die Sonnentage.

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j.doebereiner@nordkurier.de

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