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Städte als Autogrammjäger: Prominente Spuren an der Seenplatte

Eine etwas andere Unterschrift hat sich Udo Lindenberg zugelegt. Im Goldenen Buch hinterließ er eine Zeichnung. [KT_CREDIT] FOTO: sm
Eine etwas andere Unterschrift hat sich Udo Lindenberg zugelegt. Im Goldenen Buch hinterließ er eine Zeichnung. [KT_CREDIT] FOTO: sm

VonSören Musyal

In Waren darf sich morgen der japanische Botschafter ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Aber was ist das eigentlich und wie kommt man da rein?

Waren/penzlin.Der neue Warener Zen-Garten ist fertig. Bei der morgigen Eröffnung darf sich der Architekt Kanji Nomura neben dem japanischen Botschafter Takeshi Nakane ins Goldenen Buch der Stadt Waren eintragen. Aber was hat es mit diesen „Wälzern“ eigentlich auf sich?.
Die erste Feststellung ist: Das Buch ist gar nicht golden, sondern braun. „Aber ,Braunes Buch‘ würde irgendwie falsch klingen“, findet auch die Pressestelle der Warener Stadtverwaltung. Die zweite Feststellung ist gleichsam schockierend. Man darf selbst darin rumblättern. Jeder darf das. „Das Buch liegt bei offiziellen Terminen aus“, bestätigt man von offizieller Seite. Kein Glas, keine Samthandschuhe, jeder kann selbst begutachten, wer schon zu Gast war.
Da wäre etwa Richard von Weizsäcker, der sechste Bundespräsident und der erste in Waren. Der durfte sich am 5. September 1992 als erster in das Gästebuch eintragen. „Gästebuch“ – das steht übrigens auf dem Buchdeckel, in goldenen Lettern – immerhin. Seitdem sind viele Seiten befüllt worden, vor allem Politprominenz des Bundeslandes durfte sich zu offiziellen Anlässen eintragen und einen persönlichen Gruß da lassen: „Schön war's“, „Danke für den schönen Besuch“, „Gott segne diese Stadt“ – was eben in Gästebüchern so steht.
Aber auch andere Größen durften ihren „Otto“ schon in Waren lassen. Die Autogramme der Spieler des FC Bayern München im Jahr 2001 oder des FC Hansa Rostock 2003 sind zu bestaunen.
Einen ganz besonderen Gruß jedoch ließ Udo Lindenberg da. Die ihm zugestandene und bislang letzte Seite gestaltete er am 23. Juni 2012 mit einer Zeichnung. Vielleicht ein Grund, das braune Goldene Buch in Zukunft gut im Auge zu behalten? Immerhin kostet ein Werk Lindenbergs um die 3000 Euro.
Ausgefallene Zeichnungen gibt es im Goldenen Buch der Stadt Penzlin indes nicht. „Wir geben den Text meist vor, die Gäste unterschreiben nur“, erläutert Bürgermeister Sven Flechner. Aber auch die 4000-Seelen-Stadt hat schon einige Unterschriften sammeln können. Ganze 29 Seiten konnten seit 1991 beschrieben werden. Neben verschiedenen Landesministern war auch Frau Merkel zu Gast. Am 15. September 1998 unterschrieb sie jedoch noch als Bundesumweltministerin. Der erste im Penzliner Buch war übrigens Poul Schlüter, 1991 noch Premierminister Dänemarks. Diese Ehre wurde Waren noch nicht zu teil.

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