Nordkurier.de

Stadtvertreter bezweifeln Notwendigkeit zweier Feste

VonThomas Beigang

Zu teuer und zu eintönig. In Waren wird immer lauter darüber nachgedacht, statt des Müritz-Festes und der Müritz Sail nur noch eine große „Fete“ stattfinden zu lassen.

Waren.Nicht zum ersten Mal hat Rüdiger Prehn, Fraktionschef der Linken in der Warener Stadtvertretung, seine persönliche Meinung zur Müritz Sail kundgetan. „Ein Sommerfest in der Stadt“, so der Pädagoge, „ist völlig ausreichend.“ Prehns Präferenz liegt dabei ausdrücklich auf dem Müritz-Fest, „weil dies das Fest der Stadt ist, viel älter als die Müritz Sail.“ Die, macht Prehn keinen Hehl daraus, ignoriere er schon seit Jahren. „Aber“, glaubt der Linken-Fraktionschef nicht so recht an den Erfolg seines Ansinnens, „meine Meinung ist wohl nicht mehrheitsfähig.“
Wenn sich Rüdiger Prehn dabei nur nicht irrt. Auch der Fraktionsvorsitzende der CDU in Warens Stadt-Parlament, Ralf Spohr, kann sich durchaus vorstellen, Müritz-Fest und die Sail zu einem großen Sommerfest zu vereinen. „Schon lange wird in der Stadt darüber diskutiert“, meint Spohr. Auch angesichts der Tatsache, dass die Müritz Sail, einst vom Ex-Landrat Jürgen Seidel (CDU) ersonnen, ursprünglich als ein Fest rund um die Müritz gedacht war. Geblieben sind von den Plänen nur die Veranstaltungen in Waren.
Toralf Schnur, FDP-Chef in Waren, will von solchen Gedankenspielen nichts wissen. „Sicher mag man darüber streiten, ob die Müritz Sail neue Ideen braucht“, so Schnur. Aber angesichts des großen Marketing-Effektes, von dem Waren während der Sail profitiere, verbiete sich die Zusammenlegung der beiden Veranstaltungen, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende, der gerade mit einer Rückzahlungsforderung für seiner Meinung nach zu Unrecht kassierter Parkplatzgebühren durch die Sail-Veranstalter auf sich aufmerksam gemacht hat.
Mit dem Verweis auf Werbung für Waren sieht sich Schnur ausnahmsweise mit Warens Bürgermeister Günter Rhein (SPD) auf einer Wellenlänge. Der hat gerade während der Stadtvertretersitzung in der vergangenen Woche mit großer Vehemenz eine Lanze für die Müritz Sail gebrochen. „Unbezahlbar“, sei die Reklame für die Stadt Waren wegen der Presseberichte und der Rundfunk- und Fernsehübertragungen am Sail-Wochenende.

Kontakt zum Autor
beigang@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×