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Steinerner Kranich am Tiefwarensee

Kenichi Itakura hat den Bauplan für den Japanischen Garten in Waren stets fest im Blick. [KT_CREDIT] FOTO: Stephan Radtke
Kenichi Itakura hat den Bauplan für den Japanischen Garten in Waren stets fest im Blick. [KT_CREDIT] FOTO: Stephan Radtke

VonStephan Radtke

Da kommen selbst erfahrene Amtsleiter ins Staunen. Bei der Steinauswahl japanischer Experten ist kein System zu erkennen.

Waren.Ein Hauch von Asien weht seit Wochenbeginn über den Tiefwarensee. Am Fuße des Hotels, durch das Lebenshilfswerk betrieben, sind japanische Gartenbaumeister damit beschäftigt, den Japanischen Garten für Waren umzusetzen.
Während Yauroshi Sakurai seine Blicke über einen riesigen Steinhaufen wandern ließ, kamen Warens Bürgermeister, Günter Rhein (SPD), und sein Bauamtsleiter, Gunter Lüdde, gar nicht aus dem Staunen heraus. „Nach welchem Prinzip sucht er wohl die Steine aus?“. Fasziniert schaute das Stadtoberhaupt zu und versuchte, ein System zu erkennen – vergeblich. „Dafür braucht man Erfahrung“, winkte Projektleiterin Masumi Böttcher-Murak ab und veranlasste eine kleine Arbeitspause. Die nutzt Günter Rhein, um die Arbeiter zu begrüßen. Mit Gastgeschenken erntet Rhein Verbeugungen. Schon zum 1. Mai soll der Garten eröffnet werden. „Dann dominieren hier Harmonie und Entspannung“, ist sich die Projektleiterin sicher. Die Konturen kann man bereits erkennen. Darauf achtet Teamleiter Kenichi Itakura. „Am Freitag haben wir aus dem Kargower Kieswerk etliche Tonnen an Steinen hierher transportiert“, erklärte Gunter Lüdde. „Der schwerste Findling bringt stolze 6000 Kilo auf die Waage“, so der Bauamtsleiter. Zuviel für die städtische Technik. Hier half das Bauunternehmen Meyer. „Die Steine haben wir kostenfrei bekommen“, freute sich Lüdde. So konnten die Gesamtkosten auf 60 000 Euro beschränkt werden. Hiervon trägt die Stadt rund 35 000 Euro. „23 000 Euro spendierte unsere japanische Partnerstadt Rokkasho-Mura“, erklärt Lüdde. Das Lebenshilfswerk verpflegt und beherbergt die japanischen Arbeiter kostenfrei. Jetzt wird grauweißer Granitkies erwartet. Dieser wird eingeharkt und soll die Flügel eines Kranichs symbolisieren. „Denn das Thema für den Garten lautet ,Kranich zu Waren‘“, verriet Masumi Böttcher-Murak.

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