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Stiche von Bienen oder Wespen können Kreislaufschock auslösen

Die Biene als Helfer des Arztes: Hier kann Bienengift sogar heilen.   FOTO: ZHOU CHAO
Die Biene als Helfer des Arztes: Hier kann Bienengift sogar heilen. FOTO: ZHOU CHAO

VonE. Enders und Th. Beigang

Gestochen werden, bis der Arzt kommt? Lieber nicht. Fachleute raten Allergikern zu vorbeugenden Maßnahmen, die sogar einen Aufenthalt im Krankenhaus beinhalten können.

Müritzregion.Die einen finden ihn lecker, die anderen fürchten ihn ungemein: den Bienenstich. Was in der Auslage des Bäckers ein beliebter Kuchen ist, kann durchaus schmerzhaft sein, bekommt man ihn von einer echten Biene verpasst. Doch so einem Bienenstich wird – wenn man nicht gerade allergisch ist, durchaus auch heilende Wirkung nachgesagt, wie beim regionalen Imkerverein zu erfahren war. Die Einstichstelle schwillt an, rötet und erwärmt sich – etwas, das besonders bei rheumatischen und neuralgischen Erkrankungen von Nutzen sein soll. Mancher Imker berichtet davon, sich dieser natürlichen Heilungsmethode noch heute zu bedienen.
Dennoch, im Allgemeinen ist man versucht, einem Bienenstich, der in Wahrheit oft ein Wespenstich ist, aus dem Weg zu gehen. Hierfür gibt es einige einfache Regeln, die befolgt werden sollten: Nicht barfuß über Wiesen laufen, sich nicht unmittelbar vor Bienenstöcken vor deren Einfluglöchern aufhalten und die kleinen „Biester“ natürlich nicht anlocken. Es gibt nämlich Substanzen, denen Bienen nicht widerstehen können: Anisöl, Himbeersirup oder Borretsch. Zudem süßliche Cremes, Seifen, Parfüme und Rasierlotionen. Alkohol hingegen macht Insekten sogar angriffslustig. Um sich vor unerwünschten Begegnungen zu schützen, kann Teebaumöl verdünnt auf die Kleidung oder Haut aufgetragen werden. Auch Nelkenöl erwirkt einen ähnlichen Effekt. Und falls es doch passiert: Ruhig bleiben und als erstes mit dem Fingernagel den Stachel seitlich aus der Haut schieben, so dass die Giftblase möglichst unversehrt bleibt. Kühlen ist dann vorrangige Aufgabe.
Gefährlich wird es hingegen bei Allergikern. Dr. Wolfgang Franke, Allergologe in der Klinik Amsee in Waren, führt jährlich rund 200 Hyposensibilisierungen an Patienten durch, die zu heftigen allergischen Reaktionen nach Stichen neigen. „Stationär werden über drei bis vier Tage Patienten mit steigenden Dosen infiziert.“ Dennoch rät der Fachmann Betroffenen zum Mitführen eines Notfallbestecks. „Zum Beispiel Kortison als Antiallergikum oder Adrenalin gegen einen möglichen Kreislaufschock.“

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