Nordkurier.de

Strampeln lässt das Fitness-Alter dahinschmelzen

VonJörg Döbereiner

Im Rahmen der Studie „Wie fit ist Deutschland?“ testeten 85 Menschen aus der Region ihre Fitness. Für Nancy Karmolls Fitness-
Alter waren die fünf Wochen eine Verjüngungskur.

Göhren-Lebbin.Das rosa Top und die dunkle Jogginghose betonen Nancy Karmolls sportliche Figur. Schlanke Arme, schlanke Beine, ein schlanker Bauch – diese junge Frau könnte im Fernsehen glaubhaft für gesundmachende Joghurt-Drinks werben. „Fitness-Alter 74 Jahre beim Eingangstest“, kommentiert Thomas Adel trocken. Der Leiter des Fitnessstudios im Land Fleesensee betreut Nancy Karmoll seit fünf Wochen. Im Rahmen der Studie „Wie fit ist Deutschland?“ lässt die 24-Jährige hier ihre Fitness testen. „Blutdruck und Ausdauer waren bei Nancy zu Beginn so ähnlich wie bei einem alten Menschen“, erklärt Thomas Adel. Daher das hohe Alter.
„Ich wollte sehen, wo ich stehe“, sagt Nancy Karmoll über die Gründe für ihre Teilnahme am Test. Das schlechte Ergebnis, sagt sie, hat sie überrascht. Einmal in der Woche spielt sie Hockey, ein- bis zweimal in der Woche betreibt sie Zumba, eine Mischung aus Aerobic und lateinamerikanischem Tanz. Und trotzdem soll sie die Fitness einer 74-Jährigen haben? „Regelmäßige Bewegung ist zwar gut. Aber Zumba ist ein unspezifisches Training“, erklärt Thomas Adel. Die Bewegungen und das Tempo blieben dabei grundsätzlich immer die gleichen.
Um das zu ändern, nahm Nancy Karmoll in den vergangenen fünf Wochen an einem auf sie abgestimmten Trainingsprogramm teil. Zweimal in der Woche hieß es für sie: Radfahren, Laufband, Dehnübungen, Muskeltraining. Ob etwas Messbares dabei herausgekommen ist, erfährt sie jetzt beim Abschlusstest. Thomas Adel misst dafür ihren Blutdruck, das Körperfett und den Wasseranteil im Körper. Er lässt Nancy Karmoll Übungen für die Bauch- und Rückenmuskulatur machen, erprobt ihre Balance und auf dem Fitness-Rad auch ihre Ausdauer. Die Ergebnisse notiert er in einem Bogen. „Ich würde mal sagen: überall verbessert“, stellt er am Ende fest. Er gibt die Werte in einen Computer ein, der nach einer Formel der Berliner Hochschule für Gesundheit und Sport Nancy Karmolls neues Fitness-Alter ausspuckt: 39 Jahre. „Mit dem Ausdauertraining bist du wirklich nach vorn gekommen“, sagt der Trainer. „Die gesundheitlichen Werte sind nicht schlecht, aber auch nicht gut.“
Nancy Karmoll kann mit dem Ergebnis gut leben. „Ich hatte Spaß“, sagt sie. Ohnehin muss sich niemand gezwungen fühlen, so lange zu trainieren, bis das Fitness-Alter mit dem tatsächlichen Alter übereinstimmt. „Die Studie soll die Leute zum Nachdenken anregen über ihre eigene Fitness“, sagt Thomas Adel. Schon 85 Menschen aus der Region, sagt er, haben sich beteiligt. Unter anderem ein 80-jähriges Ehepaar.

Kontakt zum Autor
j.doebereiner@nordkurier.de

Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×