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Tag des Baumes: Schüler schuften für das Klima

VonSören Musyal

Junge Leute aus der Goetheschule in Malchow rücken aus zum Großeinsatz. Dabei wollen sie ihre eigene alte Bestmarke toppen.

Malchow.„Wie viele Bäume wollt ihr denn pflanzen?“, fragt Revierförster Joachim Albrecht die Klasse 4c der Malchower Goetheschule. „Tausend!“, antwortet diese geschlossen und ist sichtlich gewillt, den Plan in die Tat umzusetzen.
Denn es wird Zeit. „Eigentlich sollte die Pflanzung schon am 6. April stattfinden“, erklärt Albrecht, doch der lange Winter hätte das bisher verhindert. Es habe schlicht keine Pflanzen gegeben: „Die lagen noch eingefroren bei den Baumschulen.“ Ansonsten, sagt er, wäre hier schon alles grün.
Am gestrigen Tag des Baumes wurde diese Pflanzung nun nachgeholt – mit Hilfe der Malchower Grundschüler. „Wir waren schon lim vergangenen Jahr hier und es hat allen riesigen Spaß gemacht“, berichtet Lehrerin Birgit Grapenthin. Gut
800 Bäume hätten die Kinder damals in den Boden gebracht. Die ausgerufene Tausender Marke ist also keineswegs aus der Luft gegriffen. „Wir wollen uns schon steigern zum Vorjahr“, bekräftigt Grapenthin die Kinder.
Doch so gewillt die Jungförster auch waren, zwischen ihnen und einem neuen Rekord stand zunächst ein Wildapfelbaum. „Zum Tag des Baumes pflanzen wir traditionell den Baum des Jahres ein“, erläutert Albrecht. Und so musste erst der Wildapfel an einer Weggabelung eingesetzt werden.
„Und wieso hier?“, möchte Albrecht von den Schülern wissen. Sie spekulieren, bis sie der Revierförster aufklärt: „Weil der Wildapfel viel Licht braucht, das bekommt er nicht zwischen anderen Bäumen.“
Zwar würden die Kinder zu lange Erklärungen nicht gerade schätzen, weiß Förster Albrecht, aber ein bisschen Wissen wolle er schon vermitteln. Und auch Birgit Grapenthin möchte die Pflanzaktion nicht ganz vom Unterricht abkoppeln. „Es geht auch um das Warum, Wieso und Weshalb“, sagt sie. Immerhin könne man anhand des Klimawaldes nicht nur Bäume und Pflanzen behandeln, sondern auch die CO2-Emissionen. „Davon hat diese Klasse hier auf jeden Fall schon was gehört“, ist sich Albrecht sicher. Schließlich wäre man im Klimawald. Mit Waldaktien könne man hier den eigenen CO2-Ausstoß ausgleichen. „Gedacht war das ja mal für Urlauber mit einer langen Anreise“, so Albrecht, aber seit der Klimawald 2011 eingeweiht wurde, seien auch sehr viele Malchower gekommen.
Damit diese auch in Zukunft Ablass für ihre Umweltsünden zahlen können, sollten gestern insgesamt 2500 neue Traubeneichen in die Erde gebracht werden. Nicht nur von den Malchower Schülern natürlich, die für ihren Rekord ohnehin einige Löcher buddeln mussten: „Meine Kollegen und ich machen dann weiter, wenn die Kinder nicht mehr können“, beschwichtigt Albrecht.
Für ihn wird es eine der letzten Pflanzaktionen im Klimawald bei Malchow sein. Nächstes Jahr im Herbst gehe er in den Ruhestand – nach 35 Jahren als Revierförster. Bis dahin will er aber noch einige Bäume einsetzen. Vielleicht helfen ja auch im kommenden Jahr wieder die Schüler der Goetheschule. Denn erst dann wird ihr Wildapfel zum ersten Mal blühen.

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