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Turmdurchgang ist einzigartig in Mecklenburg

Die Kirche ist ein besonderes Kleinod.
Die Kirche ist ein besonderes Kleinod.

Buchholz.Zwei Hufen Land, die Fürst Nikolaus I. von Werle in „Bochholte“ 1273 dem Kloster Röbel überschrieb, waren vor 740 Jahren der Anlass, dass der Ort Buchholz erstmals in den Annalen auftauchte. Gegründet wurde Buchholz von Bauern. Im 30-jährigen Krieg war der Ort fast völlig entvölkert, erholte sich aber wieder. Die Buchholzer Backsteinkirche im frühgotischen Stil, die aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt, ist einzigartig in Mecklenburg: Sie besitzt einen Turmdurchgang, der das Gotteshaus unverwechselbar macht. Die Buchholzer waren offenbar ein besonderes Völkchen, denn 1763 kauften Bauern aus der Altmark und Ostfalen die Buchholzer Hufen vom Kammerherrn von Raven auf Boek. 10500 Gulden betrug damals der Kaufpreis. Die Buchholzer Bauern verwalteten sich selbst, stellten 1777 sogar eine eigene Kommunalverordnung auf und kümmerten sich zum Beispiel um ihre Armenpflege.
Schon in den 1920er- und 1930er-Jahren wurde Buchholz als Ort für die Sommerfrische entdeckt, und zwar von Berlinern. Es bestand seinerzeit sogar eine eigene Taxiverbindung zwischen Buchholz und Berlin, die die Sommerfrischler an die Müritz brachte. Vielen wird sicherlich noch der Mehrteiler des DDR-Fernsehens „Daniel Druskat“ in Erinnerung sein: Ein Großteil der Serie mit Manfred Krug, Angelika Domröse und Rolf Hoppe wurde in Buchholz gedreht. Im Fernsehen lief die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers, den der Mecklenburger Autor Helmut Sakowski verfasst hatte, erfolgreich. 1976 wurde die Mini-Serie erstmals ausgestrahlt.pek

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