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Unmut über die Freilassung mutmaßlicher Schläger

Von unserem Redaktionsmitglied
Thomas Beigang

Wieder einmal sorgt eine Entscheidung der Justiz für Unverständnis in der Bevölkerung. Diesmal in Röbel nach einer blutigen Gewalttat.

Röbel.Angehörige des 29-jährigen Mannes, der am Donnerstag in Röbel Opfer eines Überfalls in seiner Wohnung geworden ist, sind wütend. Gegenüber der Müritz-Zeitung haben sie kritisiert, dass die beiden mutmaßlichen Täter, die der Polizei schon kurz nach dem blutigen Überfall ins Netz gegangen sind, einen Tag später wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.
Matthias Brandt, Direktor des Amtsgerichtes in Waren, erklärte gestern auf Nachfrage, dass die Strafprozessordnung hohe Hürden für das Aussprechen eines Haftbefehles setze. „Daran hat sich auch jeder Haftrichter zu halten – selbst wenn solche Entscheidungen nicht immer auf Verständnis stoßen.“ So müsse, wird ein Haftbefehl ausgesprochen, Fluchtgefahr bestehen – etwa wenn die zu erwartende Strafe so hoch sei, dass der Verdächtige lieber auf Dauer abtaucht. Kein fester Wohnsitz sei ebenfalls ein Grund, den oder die mutmaßlichen Täter bis zum Beginn der Verhandlung in Untersuchungshaft zu stecken. Genau wie bei „einschlägigen Bekannten“, von denen man aus leidiger Erfahrung wüsste, dass die sich gern einem Strafprozess entziehen. Ebenfalls ein Grund, einen dringend Verdächtigen gleich hinter Schloss und Riegel zu setzen, wäre die begründete Annahme einer möglichen Beweismittelvernichtung oder die vermutete Beeinflussung von Zeugen. „Treffen diese Haftgründe nicht zu, abgesehen von schweren Gewaltverbrechen wie Mord oder Totschlag, könne kein Haftbefehl ausgesprochen werden“, so der Warener Amtsgerichtsdirektor. Jeder Rechtsanwalt bekäme bei einem Haftprüfungstermin so seinen Mandanten schnell wieder vorläufig auf freien Fuß.
Der 29-jährige Röbeler ist bei der Gewalttat in Röbels Innenstadt so schwer verletzt worden, dass man ihn umgehend in das Neubrandenburger Klinikum fliegen musste. Als Hauptverdächtige gelten ein Mann aus Sachsen (22) und ein 32-Jähriger aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim.

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