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Vereine nehmen „Beschneidungen“ in Kauf

Günther Hoffmann, Ausschuss-Chef [KT_CREDIT] FOTO: TH. Beigang
Günther Hoffmann, Ausschuss-Chef [KT_CREDIT] FOTO: TH. Beigang

VonJörg Döbereiner
und Thomas Beigang

Das öffentliche Geld ist knapp. Trotzdem wollen sich Kommunen in der Müritzregion immer noch den „Luxus“ leisten, ihre Vereine und Verbände zu unterstützen.


Röbel/Waren.14000 Euro sind im – noch nicht genehmigten – Haushalt der Stadt Röbel eingeplant an Zuschüssen für Sport, Jugendarbeit, Kultur, Soziales und sonstige Bereiche. Einen Teil davon nickte der Sozialausschuss am Montagabend im öffentlichen Teil seiner Sitzung ab. So plädierte der Ausschuss dafür, den Musiksommer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde mit 750 Euro zu unterstützen. Die Teilnahme des TSV 90 Röbel am internationalen deutschen Turnfest soll mit 700 Euro gefördert werden. Und der PSV Röbel bekommt für seine Jahresarbeit Unterstützung in Höhe von 2500 Euro. Für den PSV, der ursprünglich 3266 Euro bei der Stadt beantragt hatte, bedeutet die geringere Unterstützung nicht automatisch, dass der Verein bei seinen Angeboten Abstriche machen muss. So hofft der Verein noch auf andere Fördermöglichkeiten. „Wenn dann immer noch eine Differenz bleibt, würden wir versuchen, diese selbst zu begleichen“, sagte PSV-Vorsitzender Tino Ollenburger. Eine Streichung etwa von Veranstaltungen sei für ihn die letzte Option. Auch mit dem zugesagten Geld können die Vereine übrigens noch nicht vollkommen sicher rechnen. Denn so lange der Haushalt der Stadt noch nicht genehmigt ist, können auch keine Zuschüsse fließen.
Wer die Röbeler Sportstätten nutzen will, muss sich indes auf eine Erhöhung der Entgelte einstellen. Für ortsansässige Vereine und die Volkshochschule kostet die Sporthalle Am Gotthunskamp ab dem 1.August 8 Euro pro Stunde und Feld statt wie bisher 7,84 Euro. Der Sportplatz verteuert sich von 1,40 Euro auf 3 Euro. Und für die Sporthalle in der Schulstraße beträgt die Nutzung weiterhin 4 Euro pro Stunde. Das Training und die Wettkämpfe von Kindern und Jugendlichen bis 21 Jahre sind für Röbeler Vereine, städtische Jugendeinrichtungen und die Feuerwehr weiterhin kostenlos. Zudem will die Stadt die Hallenbelegung neu regeln und dafür ab August mit jedem Verein einen Vertrag abschließen.
In Waren konnte der Sozialausschuss der Stadtvertretung für die Unterstützung von Vereinen und Gruppen der Stadt 60 000 Euro verteilen. Immerhin – trotz der angespannten Haushaltslage der Kommune fast 3000 Euro mehr als im vergangenen Jahr, wie der neu gewählte Ausschussvorsitzende Günther Hoffmann (CDU) anmerkte. Dennoch mussten die „Kandidaten“ Abstriche in Kauf nehmen, denn beantragt wurden insgesamt 75000 Euro, wie es aus dem Warener Rathaus hieß. Die dicksten „Brocken“ aus dem Stadtsäckel erhalten der Diakonieverein, zu dem unter anderem die Warener Tafel, die Betreuungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt und die Begegnungsstätte „Lichtblick“ zählen: 20 700 Euro.
Der Zweiradclub vom Verein „Perspektive“ darf sich über 7000 Euro freuen, die Evangelische Suchtberatungsstelle erhält 2000 Euro, neben vielen anderen der Arbeitslosenverband 1200 Euro und der Seniorenbeirat der Stadt Waren auch 400 Euro.

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