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Volle Tische und volles Haus beim Bücher-Flohmarkt

Beate und Bettina Sieg an der Kasse. Für sie hat es sich wieder mal gelohnt. 35 Exemplare finden sich im Karton; links die Röbeler Bibliotheksleiterin Petra Beyer. Die beiden Leserinnen sind längst ihre Stammkunden.  FOTO: Enders
Beate und Bettina Sieg an der Kasse. Für sie hat es sich wieder mal gelohnt. 35 Exemplare finden sich im Karton; links die Röbeler Bibliotheksleiterin Petra Beyer. Die beiden Leserinnen sind längst ihre Stammkunden. FOTO: Enders

VonElke Enders

Es ist in Röbel schon so etwas wie eine Institution. Und nicht nur in Röbel: Von weit her kommen die Lesehungrigen, um sich mit
Lektüre einzudecken.

Röbel.„Kurz vor 10 Uhr waren schon 70 Leute hier“, sagt Petra Beyer mit einem Strahlen im Gesicht, das auch den letzten Lesemuffel noch mitreißt und ihm signalisiert: Diese Veranstaltung ist etwas besonderes. „Wir haben um dreiviertel Zehn schon aufgeschlossen, weil die Schlange einfach zu groß war“, schildert die Leiterin der Röbeler Stadtbibliothek bewegt.
Doch auch, wer um die Mittagszeit beim Bücherflohmarkt im „Haus des Gastes“ vorbeischaut, findet dutzende Menschen, die eifrig blättern, wühlen und stöbern. Denn längst hat sich herumgesprochen, dass beim halbjährlichen „Ausverkauf“ manches Schnäppchen zu machen ist. Nur 1 Euro wird pro Exemplar berechnet. Eingeweihte reisen mit großen Taschen an oder bringen noch Bekannte mit. So wie Helga Vollrath aus Röbel, die ihren Besuch aus Berlin gleich zum Lesemarkt verführt.
„4000 und mehr Bände waren es diesmal“, berichtet Petra Beyer. „Drei große Autofuhren und damit noch mehr Bücher als im vergangenen Jahr“ wurden angeliefert. „Ich hatte viele Helfer“, sagt die Stadtbibliothekarin dankbar, wohlwissend, dass sie sonst wohl aufgeschmissen gewesen wäre. Ein halbes Jahr wird immer in der Bibliothek gesammelt. Dabei bringen viele Röbeler und Auswärtige ausrangierte Bücher vorbei. Romane, Krimis, Sach- und Bastelbücher, Bestseller – alles, was das Herz begehrt. Längst sind viele Stammkunden beim Flohmarkt zu entdecken, die mitunter auch weite Anfahrtswege in Kauf nehmen, so wie Beate und Bettina Sieg aus der Rostocker Ecke.
Beate Sieg stammt aus Röbel, hat hier schon als Kind „die Fahrbibliothek rauf und runter gelesen“, ehe sie schließlich in der Stadtbibliothek landete und blieb – als „Leseratte“ – eigentlich bis heute. Denn der Besuch bei Oma werde grundsätzlich so gelegt, dass es passt und nicht eine Woche zu früh oder zu spät“, wie Tochter Bettina lachend sagt. So war der mitgebrachte Karton auch diesmal schnell vollgepackt. „Ich muss so ein Buch in der Hand spüren können“, schwärmt Beate Sieg, während sie ein Exemplar dreht und wendet. Da könne kein Hörbuch mithalten.
Indes können sich die Flohmarkt-Begeisterten schon den November vormerken. Dann nämlich heißt es: „Auf ein Neues“, wie Petra Beyer verrät. Zwischenzeitlich werden sich auch die Regale der Stadtbibliothek wieder mit Neuerscheinungen füllen – dank der Einnahmen des Bücher-Flohmarktes.

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