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Von unschuldigen Mädchen Fingerabdrücke genommen

VonStephan Radtke

Zum „Girls day“ haben Mädchen aus der Region sogar 50 Kilogramm schwere Schutzausrüstungen der Polizei überstreifen dürfen.

Waren.„Eigentlich möchte ich später Medizin studieren, aber die Polizeiarbeit interessiert mich auch sehr“, erklärte die 14-jährige Isabelle Jonassen beim „Girls day“, den sie mit vier weiteren Mädchen bei der Warener Wasserschutzpolizei verbrachte.
Dass der Beruf eines Polizeibeamten nicht nur vielseitig ist, sondern sich auch für Frauen als attraktiv erweist, konnten die Teenager gestern auch von Polizeihauptmeister Wolfgang Starke erfahren. „Bei uns haben Frauen bessere Karrieremöglichkeiten als in der freien Wirtschaft“, ist sich Beamte sicher. Dies konnte auch Stefanie Moritz, die als Kommissarin bei der Wasserschutzpolizei arbeitet, bestätigen. „2003 habe ich mein Abitur gemacht und dann ein dreijähriges Studium für die Polizeilaufbahn absolviert“, erklärte die junge Beamtin ihren Werdegang. „Auch Schichtarbeit und Familie bekommen wir hier mit der Dienstplangestaltung gut geregelt“, so die junge Mutter, deren Mann ebenfalls als Schichtarbeiter tätig ist.
Aber auch Frauen müssen bei der Polizei ihren Mann stehen. „Beispielsweise müssen wir diese 50 Kilogramm schwere Schutzausrüstung bei gefährlichen Einsätzen tragen“, zeigte Wolfgang Starke auf einen reichlich gefüllten Tisch. Nach und nach konnten die zierlichen Mädchen sich mit der Schutzausrüstung bekleiden. Schusssichere Weste, Nackenschutz und Helm – „Es ist sehr sehr schwer“, so Michelle Buchalski. „Das tragen wir zum Glück auch nicht jeden Tag“, versicherte Kommissarin Moritz. Etwas leichter die Rettungsweste. Diese durfte Isabelle Jonassen auch gleich in einer Trockenübung ausprobieren. „Ein Teil unserer Arbeit ist auch die Spurensuche und -sicherung“, verwies Polizeihauptmeister Starke auf einen mysteriösen Koffer. Die eigenen Fingerabdrücke auf einem Glas zu finden und sicherzustellen, hieß es nun für die „Nachwuchspolizistinnen“. Hierzu bestäubten die fünf Mädels ein Glas, das sie zuvor in den Händen hielten, mit Metallspänen. Mit Pinseln und Federn wurden schließlich die menschlichen Spuren sichtbar „geputzt“. „Hier kommt dein Fingerabdruck zum Vorschein“, so Stefanie Moritz. Die Teenager staunten nicht schlecht. Weiterhin nahmen sie zahlreiche Eindrücke von einem abwechslungsreichen und spannenden Beruf mit, der weitaus mehr bietet als nur Boot fahren. Aber diesen kleinen Luxus gönnten die Beamten den Mädchen und luden sie zu einer Fahrt mit dem Streifenboot „Seeadler“ ein.

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