Februar 19, 2012
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Brauchtum von Silke Voß

Waren: Wo Engel und Teufel zusammen feiern

Allerlei "anrüchiges Gesindel" ist beim Warener Carneval in der Überzahl, doch die Narren bieten auch "Ein himmlisches Vergnügen". Stargäste sind Hermes und Aphrodite.

In den FDP-Farben blau/gelb - wohl ungewollt - marschierte der Karnevalszug ein.
In den FDP-Farben blau/gelb - wohl ungewollt - marschierte der Karnevalszug in Waren ein.
Foto: Silke Voß
Waren (sv)  

Liegt es an der Bevormundungs-Wut unserer Zeit? Als ob sie sich endlich mal wieder austoben wollten, war allerlei "anrüchiges Gesindel" beim Warener Carneval in der Überzahl: Piraten, ob schaurige und oder schicke à la Johnny Depp, ob Teufel mit und ohne Leuchtehörner. Selbst dieser bleichwangige rumänische Graf mit seinen markanten Eckzähnen nebst gruftiger Gattin tummelten sich Freitagabend im Bürgersaal, wo der Carnevalsverein "Ein himmlisches Vergnügen“ bereitete.

 

Und so gab es zu mancher Ha(r)fenmusik nicht nur Ambrosia und Nektar, sondern auch recht irdische Getränke, gab es auf der Bühne den geflügelten Boten Hermes, der seiner göttlichen Aphrodite nicht gerade auf die feine eng(e)lische Art Avancen machte, es hüpfte eine sprühende Funkengarde, tanzten die Tiroler und wattebällchenumkränzte Wölkchendamen. Alle die trommelte unter anderem CCW-Vereins-Chef Dieter Grunwald auf die Bühne.

 

Zeus und Hera waren zu Besuch in Waren

 

Im Publikum sah man allerlei gottgeschaffenes Getier wie Mäuse und Rentiere. Man sah, gewandet wie die griechischen Götter-Regenten Zeus und Hera, aber einträchtig, CCW-Präsidenten Jürgen Holstein und seine Frau Gerda, sah einen Seemann namens Günther Wassermann und eine Dame, ganz martialisch, mit einem Plaste-Knochen à la Fred Feuerstein im Kopf! Damit das alles hübsch zu sehen und gut beleuchtet war, dafür sorgte ganz oben die Bühnentechnik mit Klaus Hatick und Jürgen Grewe.

 

Gutes Wetter herrschte auch im Bürgersaal, und so konnte Müllmann Werner mit spitzer Zunge wieder getrost das Dorfpolitik-Barometer in die Höhe schnellen lassen. Alles wie gewohnt nicht ganz politisch korrekt, die Griechenland-Witze oder die "frauenfeindlichen". Natürlich kriegten nicht nur Banker und Bundeskanzler ihr Fett, sondern auch hiesigen Politiker und Parlamentarier.

 

In der Kreisstadt trieben doch immer Leichenteile herum

 

Dabei kam dennoch der Stolz der Warener nicht zu kurz, doch nicht gerade in Sachen Kaufhaus Stolz, sondern Kreisstadt. Die läge - wie hieß sie noch gleich? - an diesem See, wo "immer Leichenteile herumtreiben". Und erst die Demminer aus dem Großkreis, die immer vor einem herzockeln! Für Wulff-Rücktrittswitze war‘s wohl noch zu frisch. Aber der Spendenskandal musste mit Satire überschüttet werden. Da sei nun drei Jahre geredet worden, und was haben sie gesagt? „Bla bla bla“ - im Rhythmus des NDW-Songs: „Da da da!“

Einzug der Funkengarde in Waren
Einzug der Funkengarde in Waren
Foto: Silke Voß
Bildervorschau
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