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Weltfilmstars flimmern über die Kirchenleinwand

Eine süße Dame bietet sündige Naschereien - wie in dem französischen Film, mit dem die abwechslungsreiche wie anspruchsvolle Saison in der Kinokirche beginnt.   Fotocollage. helga Wagner
Eine süße Dame bietet sündige Naschereien - wie in dem französischen Film, mit dem die abwechslungsreiche wie anspruchsvolle Saison in der Kinokirche beginnt. Fotocollage. helga Wagner

VonHelga Wagner

Am 2. Mai öffnet sich der Vorhang zur Kinokirche Nossentin mit einer süßen Überraschung. Eine Saison 2013 mit vielen Kultfilmen und Stars wie Gina Lollobrigida steht bevor.

Nossentin.Venusnippel und Schokoladenkuchen a la Juliette Binoche erwarten die Besucher der Nossentiner Kinokirche im Anschluss an den ersten Überraschungsfilm. Ein kleiner Biss genügt. Der Titel darf nicht genannt, aber erraten werden. Auf jeden Fall beginnt die Kinokirche am 2. Mai um 20 Uhr mit einem heiter besinnlichen Farbfilm, der zeigt, wie man sich hart anmutendes Leben mit Süßem verschönen kann und dazu noch einen bigotten Bürgermeister mit sinnlichen Genüssen zu verführen vermag.
Elf Filme sind in der Saison 2013 im Programm. Gespielt wird bis Anfang Oktober an bestimmten Donnerstagen oder Sonnabenden. Sowohl neuere ausländische Streifen werden gezeigt, Jack Nicholson als mutlosen Pensionär (15. Juni) oder Gérard Depardieu als kreativen Hofmeister in einem fulminanten Historiendrama (5. September) oder auch die Verfilmung von Anna Gavaldas Bestseller „Zusammen ist man weniger allein“ (2. Oktober) und Schlöndorffs spannende Ex-Terroristengeschichte „Die Stille nach dem Schuss“ (22. August).
Zu dem besonderen Programm der Kinokirche gehören stets auch ältere Filme, die Kultstatus erwarben und Filmgeschichte schrieben. So gibt es ein Rendezvous mit dem tollkühnen Gérard Philipe als „Fanfan der Husar“, (3. August) und Gina Lollobrigida, die durch diesen Film erst bekannt wurde. „Das Mädchen Rosemarie“ mit Nadja Tiller (30. Mai) erinnert auf satirische Weise an den Gesellschafts-Skandal der Frankfurter Edelnutte Nitribitt, deren gewaltsamer Tod bis heute nicht aufgeklärt wurde.
Zum Nachdenken und Diskutieren werden auch die beiden Defa-Filme „Bis dass der Tod euch scheidet“ (16. Mai), mit Katrin Sass und „Coming out“, ein um Toleranz werbender Film über eine homosexuelle Liebe, (20. Juli) anregen. Auch „Die Blonde Hexe“ wurde ausfindig gemacht (4. Juli). Nach langem Forschen, wo sie denn in den Wäldern des Nordens abgeblieben sein könnte. In Schweden wurden schließlich die Rechte für „Häxan“, so der Originaltitel des Kultfilmes von 1956 mit Marina Vlady, gefunden und nach langem Schriftwechsel in Englisch letztlich doch noch erschwinglich erworben.
Über 500 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Kinokirche Nossentin. Sie votierten auf diese Weise für das Nossentiner Konzept, den besonderen Film, das spezielle Flair und den Überraschungs-Snack im Anschluss. Auch in diesem Jahr wird es ihn wieder geben, etwas zum Schnabulieren, das in dem gezeigten Film eine (kleine) Rolle spielte.
Der Eintritt wird wie immer frei sein. Spenden sind sehr willkommen. Der Erwerb der einmaligen Aufführungsrechte erwies sich auch in diesem Jahr recht kostspielig und lag manchmal sogar über 150 Euro.

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