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Wenn der Hahn zur Pause kräht

Paul-Hannes Eberhardt kümmert sich seit vier Jahren mit einer Schul-AG um die Fasane an der Malchower Fleesenseeschule. „Das Schöne ist, dass die Tiere ziemlich zahm sind“, erklärt er. Er selbst habe inzwischen eigene Fasane zu Hause.  FOTO: Sören Musyal
Paul-Hannes Eberhardt kümmert sich seit vier Jahren mit einer Schul-AG um die Fasane an der Malchower Fleesenseeschule. „Das Schöne ist, dass die Tiere ziemlich zahm sind“, erklärt er. Er selbst habe inzwischen eigene Fasane zu Hause. FOTO: Sören Musyal

VonSören Musyal

In der Malchower Fleesenseeschule bevölkern Fasane den Innenhof. Das Krähen und Flattern begeistert Schüler und Eltern.

Malchow.Jedes Mal, wenn der Hahn Cookie kräht, werden die Schüler der Fleesenseeschule in Malchow daran erinnert, dass sie nicht allein sind. Insgesamt fünf Fasane bevölkern ganzjährig den Innenhof des Gebäudes.
Betreut werden diese von einer Arbeitsgemeinschaft mit acht Mitgliedern. Paul-Hannes Eberhard ist eines von ihnen. Von Anfang an ist der Vierzehnjährige schon dabei. „Seit fast vier Jahren haben wir die Vögel jetzt“, erzählt er. Und diese Jahre seien turbulent gewesen. Unfälle mit Scheiben und Ausbrüche hätte es schon gegeben.
„Wir mussten die Fenster bemalen, weil immer wieder Fasane verunglückt sind.“ Ein Problem, dass die Schüler allein behoben haben. Bei den Ausreißern hätten sie aber Hilfe gebraucht: „Zwei Vögel sind ausgebüxt“, berichtet Bärbel Grönke, Biologielehrerin an der Fleesenseeschule. Aber auch daraus habe man gelernt: Hausmeister Rainer Wendt beschneidet nun die Flügel der Vögel, damit das nicht mehr passiert. Er war auch der Initiator des Projektes. „Ich wollte den Kindern was Gutes tun“, sagt er, „da habe ich ein Fasanenpärchen gekauft.“ In den vergangenen vier Jahren hätte man nun schon zwei Mal Nachwuchs bekommen. „Zuchterfolge sind doch toll für die Schüler.“
Doch der Platz auf dem Innenhof ist begrenzt und Wendt hofft, dass der Hahn dieses Jahr nicht all zu fleißig ist. „Bei vier Hennen hätten wir ruckzuck 50 Eier. Dann müssten wir erst mal sehen, wohin damit.“
Es solle nicht zu viel werden. Immerhin übernimmt vor allem die Schüler-AG die Betreuung der Fasane. „Die Kinder sorgen für das Futter, reinigen den Innenhof und sie haben für den Bau der Verschläge gesorgt“, erklärt Bärbel Grönke. Früher hätte man nur zwei Tische als Unterschlupf gehabt, dann aber hätten zwei Elternpaare den Bau neuer Fasanen-Häuser übernommen. „Gestaltet wurden diese dann von den Kindern“, so Grönke.
Ohnehin sei das Projekt auf Spenden angewiesen. Und auf das gute Herz von Wendt: „Wir haben einen Spendenkasten. Davon kaufe ich Futter, die Mehrkosten übernehme ich.“ Was über diese Grundversorgung hinaus geht, werde dann aber zum Problem, meint Paul-Hannes. So sei eine der Hennen verletzt und man hoffe nun auf einen gutherzigen Tierarzt, der die Behandlung kostenlos übernehme.
Trotz dieser Komplikationen sei man aber froh, die Tiere zu haben. „So können die Kinder den Umgang mit Tieren lernen“, erläutert Grönke. Und nicht nur das: „Wenn in der fünften Klasse Vögel behandelt werden, haben wir hier natürlich gute Anschauungsexemplare.“ Insofern sind die Fasane nicht nur Spaß, sondern auch Schule. Irgendwie. Paul-Hannes zumindest hat inzwischen selbst Fasane zu Hause. Und dafür ist Schule ja da: Für das Leben.

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