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Wie tröstet man einen traurigen Herrn Schmidt?

Jack Nicholson ist in „About Schmidt“ am Sonnabend, 15. Juni, in der Kinokirche Nossentin zu sehen.   Foto: WAgner/archiv
Jack Nicholson ist in „About Schmidt“ am Sonnabend, 15. Juni, in der Kinokirche Nossentin zu sehen. Foto: WAgner/archiv

VonHelga Wagner

Die Kinokirche Nossentin will mit „Süßen Häppchen gegen jeglichen Trübsinn“ unterhalten. Wir fragen im Vorfeld: Was raten Schmidts in Röbel, Malchow, Waren und anderswo im Kampf um Aufmunterung.

Nossentin.Herr Schmidt ist traurig. Und er ist einsam. Er fühlt sich schlecht. Seitdem er in Rente gegangen ist, weiß er mit seinem Tag nicht mehr so Richtiges anzufangen. Von diesem Mann erzählt ein Film, der am Sonnabend, 15. Juni, 20 Uhr, in der Kunst- und Kinokirche Nossentin gezeigt wird.
Wie tröstet man einen traurigen Herrn Schmidt? Wie muntert man ihn auf? Wir verraten nicht, ob und wie es letztlich Jack Nicholson im Film gelingt. Wir wollten es von einigen Schmidts aus unserem Umkreis wissen, die im Telefonbuch unseres Gebietes stolze 118 Mal vorhanden sind.
Zunächst schien es, wir hätten den Filmstar in seiner depressiven Phase selbst am Telefon: „Keine Ahnung“, sagt ein Herr Schmidt aus Waren mürrisch und hängte ein. „Erledigt“, meinte ein anderer und weg war die Verbindung schon. Andere aber waren sehr bereit, sich auf unser Gedankenspiel einzulassen.
Hildegard Schmidt aus Röbel zum Beispiel. „Wenn man keine Lust hat, etwas zu arrangieren, dann ist das schon sehr problematisch. Man kann aber doch draußen die herrliche Natur erleben, sich mit anderen treffen, etwas unternehmen. Sonst ist man doch selber schuld. Nicht immer nur sich fragen: Warum trifft es mich denn nun gerade? Auch wenn manches weh tut, man darf sich nicht hängen lassen, dann wird alles nur viel schlimmer…“
Manfred Schmidt aus Rechlin meinte frohgemut: „Ich suche mir dann jemanden, der mich wieder aufmuntert.“
Erich Schmidt aus Dambeck gab zu bedenken, dass man Trauer durchleben und erst durchschreiten muss, zunächst Ruhe brauche, um über sich nachzudenken, aber dann müsse man aktiv werden, neue Wege suchen und entscheiden, was gut für einen ist. Auch sollte man Veränderungen zulassen, selbst wenn es mit zunehmendem Alter schwer zu sein scheint. Frau Schmidt aus der Inselstadt Malchow regte an, sich auf seine eigenen Stärken und Schwächen zu besinnen, und die Stärken sinnvoll zu nutzen, vor allem sich zu Hause umzusehen, was alles getan werden könnte. Um auch das Gefühl wieder zu bekommen, von anderen Menschen gebraucht zu werden.
Sicher wird es nach dem Film wieder Gespräche unter den Filmfreunden geben, auch über dieses spezielle Thema. Zur Aufmunterung werden dazu „Süße Häppchen gegen jeglichen Trübsinn“ serviert. Beim letzten Mal waren in die Kinokirche 85 Besucher gekommen, um sich „Das Mädchen Rosemarie“ anzuschauen und im Anschluss bei Frankfurter Würstchen über Moral und Unmoral der damaligen Zeit und die Aktualität dieses Streifens von 1958 zu debattieren. Es hat den meisten Spaß gemacht.

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