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Windkraft: Gegner fürchten jetzt eine neue Front

Von unserem Redaktionsmitglied
Carsten Schönebeck

Vegetation statt vegetieren. Die Gegner der Windkraft haben sich in Penzlin formiert. Eine Bürgerinitiative will den Bau neuer Anlagen verhindern. Ungemach droht allerdings auch von den Nachbarn.

Penzlin.Man bleibt weiter unter sich. War die Diskussion um neue Windkraftanlagen auf der letzten Sitzung der Penzliner Stadtvertretung schnell abgebrochen worden, trifft man sich nun vorerst hinter verschlossenen Türen. Heute Abend wollen sich die Fraktionen in Penzlin informell austauschen. Nach Informationen des Nordkurier soll lediglich Bürgermeister Sven Flechner (WPL) als Gast geladen sein.
Der Widerstand gegen eine mögliche Änderung des städtischen Bebauungsplanes organisiert sich derweil. Zu Beginn der Woche hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die für einen breiten Diskurs sorgen will. Bei den Mitgliedern steht das Ergebnis allerdings schon fest. Sie wollen kein einziges zusätzliches Windrad in der Gemeinde zulassen. Ihr Sprecher Norbert Schumacher findet drastische Worte: „Wir wollen hier leben und nicht nur vor uns hinvegetieren.“
Er wirft der Verwaltung vor, Kultur und Landschaftsbild zu verkaufen. Man prostituiere sich, so Schumacher, und das mit ungewissem finanziellen Ausgang. „Die Betreiber selbst würden schon ihre Rendite machen. Aber was die Stadt davon hat, ist sehr zweifelhaft“, so Schumacher. Die Stadtverwaltung hatte im vergangenen Herbst angeregt, den Bau neuer Anlagen zu prüfen. Bürgermeister Flechner erhofft sich davon zusätzliche Einnahmen für die klammen Kassen der Gemeinde. Er hatte allerdings mehrfach betont, dass er selbst in der Angelegenheit noch unentschlossen sei. „Mir geht es nur darum, dass wir diesen Vorschlag prüfen und diskutieren“, so der Verwaltungs-Chef.
Eine zweite Front droht den Windkraftgegnern inzwischen südlich der Stadtgrenze. Denn eine ähnliche Diskussion führt derzeit die Nachbargemeinde Peckatel. Südlich des Kleinen Stadtsees könnten weitere Anlagen entstehen. Auch dagegen will man sich wehren. „Die Anlagen würden uns ja stärker betreffen, als Peckatel selbst“, sagt Norbert Schumacher. Die Initiative arbeitet derzeit an einem eigenen Internet-Auftritt. Danach sollen weitere Aktionen geplant werden. „Viele Bürger wissen gar nicht, was da auf uns zukommt“, so der Sprecher. Ein nächstes Treffen ist für Montag, den 22. April, um 19 Uhr in der Gaststätte „Zum Punschendörper“ geplant.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

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