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Zwei Adebare sind einer zu viel: Revierkämpfe in luftiger Höhe

VonCarsten Schönebeck

Wo trifft man schon mal einen ehemaligen Ministerpräsidenten bei der Gartenarbeit? In Walow natürlich. Aber seit ein paar Tagen gibt es dort noch ganz andere „hohe Tiere“ zu bestaunen.

Walow.Berndt Seite erwartet in den nächsten Wochen Nachwuchs. Nicht im eigenen Haus, sondern im Storchennest in seinem Garten. Seit Ende der 90er-Jahre kommen wieder Weißstörche zu Besuch nach Walow. „Ich habe Ihnen immer wieder verschiedene Brutstellen im Ort hergerichtet. Hierher sind sie dann gekommen“, berichtet der Ministerpräsident a.D.. Seitdem sind auch regelmäßig Jungtiere in seinem Garten groß geworden.Dort thront das Nest auf einem großen Pfahl.Im letzten Jahr waren es „Erik“ und „Lisa“.
Jetzt soll es bald wieder so weit sein. Denn am vergangenen Freitag konnte man das erste Mal aufgeregtes Schnabelklappern in Walow vernehmen. „Durch den langen Winter verzögert sich jetzt natürlich alles“, sagt der Politiker und Vogelfreund. Leicht nachzulesen, auf der Tafel, die vor seinem Grundstück die Ankunft der Störche dokumentiert. Zwei Wochen eher war das Männchen 2012 eingetroffen.
Jetzt müssen allerdings erst Revierkämpfe ausgefochten werden. Denn im Nest des Walower Weißstorches hat es sich ein jüngerer Konkurrent bequem gemacht. „Der bleibt nicht lange“, sagt Seite. Schließlich ist das Männchen, das in Walow seine Sommerresidenz hat, ebenfalls eingetroffen. Noch beäugt er seinen Konkurrenten missgünstig vom Dach des Nachbarhauses. Doch Seite ist sicher: Der Walower Storch wird den Nebenbuhler vertreiben, bis das Weibchen eintrifft.
Viel Zeit bleibt bis dahin nicht mehr. Denn bei den Störchen wird es Zeit für das Eierlegen. „Die Jungtiere müssen im Spätsommer kräftig genug sein, um nach Süden zu ziehen“, erklärt der gelernte Tierarzt. Im vergangenen Jahr machte sich die Storchenfamilie Ende August wieder auf gen Süden. Bis dahin gilt im Garten des ehemaligen Landesvaters: Klappern gehört zum Handwerk.

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c.schoenebeck@nordkurier.de

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