Januar 29, 2012
Drucken 
Fechten von Jens-Uwe Wegner

Malchower Fecht-Weltcup: Die Waffen ruhen wieder

Drei Tage lang wird in Malchow internationaler Spitzensport im Rollstuhlfechten zelebriert, und die Gastgeber und Organisatoren wachsen über sich hinaus.
Spannende Kämpfe
Spannende Kämpfe mit dem Florett, dem, Degen oder dem Säbel konnten von den Zuschauern verfolgt werden.
Foto: Jens-Uwe Wegner
Malchow (nk)  

Wie ernst die zahlreichen Helfer ihre Aufgaben beim Malchower Weltcup im Rollstuhlfechten nahmen, der Sonntagabend zu Ende ging, sah man zum Beispiel bei der Vorbereitung der Siegerehrung, bei der die Nachwuchsfußballer des Malchower SV 90 die Fahne des jeweiligen Landes hissen sollten. Aber wo soll zum Beispiel der Stern bei der chinesischen Flagge platziert sein, wenn man die Flagge längs statt waagerecht in die Höhe zieht? Sofort wurde die chinesische Delegation konsultiert, um sich Klarheit zu verschaffen.

Teilnehmerzahl verdoppelt

Natürlich standen über 150 Rollstuhlfechter aus 29 Nationen im Mittelpunkt des Geschehens, und sie bewiesen mit packenden Gefechten mit Säbel, Florett oder Degen, dass es sich um Spitzensportler handelt, die blitzschnell reagieren können. Aber auch die Organisatoren und Helfer zeigten eine Spitzenleistung. Zur Erinnerung: Die Teilnehmerzahl zum vorigen Weltcup hatte sich verdoppelt, und die chilenischen Fechter hatten noch sehr kurzfristig ihre Teilnahme zugesagt.

Mit jedem Sportler mehr ist aber auch ein weiteres Transportfahrzeug, ein behindertengerechtes Quartier, ein zusätzlicher Dolmetscher, Betreuer und so weiter notwendig. Mit der Erfahrung von zwei Weltcups in Malchow wurden aber auch die kurz entschlossen Angereisten in das straff organisierte Turnier „eingetaktet“.

Herzensangelegenheit der Inselstadt

Und wenn man sah, wie die gesamte Inselstadt an dem Geschehen in der Clara-Zetkin-Sporthalle Anteil nahm, dann muss man das schon fast als Herzensangelegenheit bezeichnen. So waren nicht nur die Schüler der Fleesenseeschule als direkte Helfer an den Fechtstühlen und als Dolmetscher eingebunden. auch Chöre und die Musiker von den Malchower Spielleuten gaben sich ein Stelldichein, um Sportler und Zuschauer zu begeistern. Die Trachtengruppe und die Nachwuchsfußballer des Malchower SV halfen bei der Siegerehrung.

Jürgen Becher, der Präsident vom Verband für Behinderten-und Rehabilitationssport Mecklenburg-Vorpommern lobte dann auch das Engagement der Inselstädter. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass es wenige deutsche Rollstuhlfechter gibt, von denen die meisten aus M-V kommen. „Ich denke, dass der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sich Gedanken machen muss, ob und wie man diese Sportart in Zukunft besser fördert, damit es auch in Zukunft deutsche Rollstuhlfechter gibt“, sagte er. Denn die sind schließlich auch bei einem Weltcup in Malchow das „Salz in der Suppe“, wie man am Sonntag sah. Da gab es nämlich zum Abschluss des dreitägigen Weltcups die mit Spannung erwarteten Wettkämpfe zwischen den National-Teams. Und beim nächsten Malchower Weltcup wollen die MSV-Steppkes auch wieder etwas Schwarz-Rot-Goldenes in die Höhe bugsieren.

Weltcup im Rollstuhlfechten
Drei Tage Spitzensport im Rollstuhlfechten liegen hinter der kleinen Stadt Malchow. Dort ging von Freitag an der 3. Weltcup im Rollstuhlfechten über die Bühne. Mit einer Beteiligung von mehr als 150 Sportlern aus 29 Nationen wurde dabei ein neuer Rekord aufgestellt und forderte den Organisatoren und Helfern alles ab. Nicht nur die gezeigten Leistungen der internationalen Fechter beeindruckte, sondern auch das Engagement der vielen Einwohner der Stadt Malchow, die als Dolmetscher, als Technikhelfer, als Mitglied eines kulturellen Ensembles oder als Teilnehmer bei den Siegerehrungen zeigten, dass der WEltcup eine Herzensangelegenheit der gesamten Inselstadt ist.
Sporthalle
Sporthalle
Foto: Jens-Uwe Wegner
Bildervorschau
Bookmark and Share
ekurier
Sie sind noch nicht angemeldet.
Bitte melden Sie sich an, um Ihren eKurier anzusehen. Ansonsten erhalten Sie hier schon vorab eine Demoversion.

Unsere Serie

Blickpunkt

Kind und Schule

Einen Überblick über das Schulsystem in Mecklen-
burg-Vorpommern, über Inhalte und Organisationsformen bietet unsere Serie.

Wohnfühlportal
Wohnfühlportal

Das Immobilienportal des Nordkurier

Mit einem Klick zum Traumhaus oder zur ersten eigenen Wohnung oder zum gewünschten Tapetenwechsel. Über 10.000 Objekte von Prenzlau bis Flensburg. Die eigenen vier Wände finden Immobilien und mehr  

Zitiert

Satz des Tages

„Ich unterstütze Gauck auch persönlich. Man kann auch mit dem zweiten Aufschlag ein Ass verwandeln.“

Bayerns früherer Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber am Aschermittwoch zur Kür von Joachim Gauck zum Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten