Februar 22, 2012
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Unfälle von Redaktion

Mindestens 49 Tote bei Zugunglück in Argentinien

2000 Menschen saßen in dem Zug, der am Mittwoch in Buenos Aires einen Prellbock rammte: 49 Menschen wurden bei dem Zusammenstoß getötet, mindestens 550 Menschen sind verletzt.

Verletzte Menschen warten nach dem Unglück
Verletzte Menschen warten nach dem Unglück darauf, in Krankenhäuser transportiert zu werden.
Foto: afp
Buenos Aires (afp)  

Bei einem schweren Zugunglück in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sind am Mittwoch mindestens 49 Menschen getötet worden. Wie Polizeisprecher Néstor Rodríguez auf einer Pressekonferenz mitteilte, waren 48 Erwachsene und ein Minderjähriger unter den Toten. Rettungskräften zufolge wurden mindestens 550 Menschen verletzt.

 

Der mit 2000 Menschen besetzte Zug war am Morgen mit rund 20 Stundenkilometern in den Kopfbahnhof Once eingefahren und dort ungebremst gegen einen Prellbock gestoßen. Nach Angaben von Verkehrsminister Juan Pablo Schiavi erlitten viele der Verletzten Brüche, Quetschungen und Schürfwunden sowie schwerere Verletzungen wie Brustkorbprellungen. Die Waggons hätten sich bei dem Aufprall ineinander geschoben, einer davon habe sich sechs Meter weit in einen anderen Wagen verkeilt. Schiavi zufolge gibt es Videoaufnahmen von dem Unfall, die nun bei der Suche nach der Unglücksursache ausgewertet werden sollen. Nach Behördenabgaben fuhr der Zug ungebremst in den Bahnhof ein. Andere Behördenvertreter gaben an, dass der Zug entgleist sei.

 

Mangelnde Wartung könnte zum Versagen der Bremsen geführt haben

 

Die Züge des betroffenen Unternehmens stammen aus den 60er Jahren. Behördenvertreter äußerten die Vermutung, wegen mangelnder Wartung könnten die Bremsen des Zuges versagt haben. Dutzende Rettungswagen rasten nach dem Aufprall zu dem Bahnhof. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie der Zugführer aus den Wrackteilen befreit und zahlreiche Verletzte auf Tragen abtransportiert wurden. „Der Zug war voll und der Aufprall war furchtbar“, berichtete einer der Insassen im Fernsehen. Die Rettungskräfte seien vom Anblick der blutüberströmten Fahrgäste überwältigt und mit der Situation überfordert gewesen. Sanitäter und Feuerwehr waren über Stunden hinweg im Einsatz, um die in den Wrackteilen eingeschlossenen Fahrgäste zu befreien.

 

Die Bahnlinie Sarmiento verbindet das Zentrum von Buenos Aires mit den dicht besiedelten Gebieten im Westen der Hauptstadt. Erst im September hatte es dort ein schweres Zugunglück gegeben, als im morgendlichen Berufsverkehr zwei Züge und ein Bus kollidierten. Elf Menschen wurden dabei getötet und mehr als 200 verletzt. Bei einem weiteren Zugunglück im Dezember wurden in einem Vorort von Buenos Aires 17 Menschen verletzt. Beim schwersten Zugunglück in der Geschichte des Landes starben 1970 insgesamt 200 Menschen.

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