
| Kriminalität |
von Redaktion
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Der grausame Frauenmord am Tollensesee bei Neubrandenburg gibt den Ermittlungsbehörden weiter Rätsel auf. „Wir überprüfen jetzt 16 Hinweise, aber die Identität der Toten ist weiter unklar“, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler am Dienstag in Neubrandenburg. Am Sonntag hatten Passanten erste Teile einer Frauenleiche am Ufer des Tollensesees gesichtet, noch am Montag fanden Polizisten und Taucher in der Nähe weitere Leichenteile und auch Kleidungsstücke.
Am Dienstag wurde bis zum Abend an einem anderen Strandabschnitt gesucht, auch Taucher waren wieder im Einsatz. Auch am Mittwoch soll weiter gesucht werden. Ein so grausiges Verbrechen hat die Region rund 100 Kilometer nördlich von Berlin noch nicht gesehen.
Da kein kompletter Körper vorliegt, können die Rechtsmediziner keine konkrete Todesursache oder einen Todeszeitpunkt ermitteln. Jedes gefundene Körperteil wird jetzt erst in Greifswald untersucht, ob es auch zu den anderen Körperteilen gehört - ein gruseliges Puzzle, in dem entscheidenden Teile noch fehlen. Ob organisierte Kriminalität oder die Tat eines psychisch Kranken - Spekulationen in der Region gibt es genug.
Die Polizei tappt im Dunkeln. „Wir haben, genau gesagt, noch keinen konkreten Hinweis auf eine halbwegs begründbare Annahme“, sagte Zeisler. Es gebe gar keine Anhaltspunkte: Weder für einen Ritualmord, noch für eine Tat aus der Rotlichtszene oder ein Eifersuchtsdrama. So brachte auch ein Abgleich mit bundesweiten Vermisstenanzeigen bisher keinen brauchbaren Hinweis. „Dabei sind mehrere Landeskriminalämter einbezogen, das sind große Datenmengen und wird auch noch längere Zeit dauern“, erklärte Zeisler.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen Mordes. Nach Erkenntnissen von Rechtsmedizinern wurde die zwischen 25 und 55 alte Frau getötet, ihre Leiche zerteilt und ins Wasser geworfen. Laut Staatsanwaltschaft könnte das Verbrechen nach Weihnachten geschehen sein.
Man hoffe dringend weiter auf Hinweise aus der Bevölkerung, etwa ob vielleicht eine allein lebende Frau seit Weihnachten nicht mehr gesehen wurde. Oder es sei eine Frau, die eigentlich auf einer Insel in wärmeren Gefilden sein wollte. „Vielleicht vermisst ja der eine oder andere ein Lebenszeichen von seiner Angehörigen oder Bekannten“, sagte Zeisler.
Mordkommission sucht anonymen Anrufer
Video: Die Suche nach den Leichenteilen
Suche nach Leichenteilen am schwarzen Weg
Grausiger Fund im Tollensesee entpuppt sich als Frauenmord
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