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Aufmerksamkeit für die kranke Seele

Über die kranke Seele wird immer häufiger gesprochen. Ist das Thema in Mode gekommen oder handelt es sich um die neue Volkskrankheit Nummer eins?
Es gibt verschiedene Untersuchungen zur Häufigkeit psychischer Erkrankungen. Sie zeigen: Psychische Erkrankungen sind häufig, ihre Verbreitung steigt aber nicht wie die Aufmerksamkeit für das Thema. Um ein Beispiel zu nennen: An einer Depression erkranken in einem 12-Monatszeitraum rund 8 Prozent der Bevölkerung.

Arbeitnehmer in Deutschland fallen häufiger und länger mit psychischen Diagnosen aus. Wieso?
Eine eindeutige Erklärung gibt es nicht. Aus meiner Sicht kommen verschiedene Faktoren zusammen: Zum einen ist eine Entstigmatisierung zu beobachten. Das führt dazu, dass psychische Diagnosen als solche benannt werden und Erkrankte eine entsprechende Therapie suchen. Zum anderen ist die Arbeitsdichte so groß geworden, dass sie mit einer psychischen Erkrankung nicht mehr zu bewältigen ist, die Menschen also krankgeschrieben werden müssen.

Welchen Anteil haben Hausärzte daran?
Die Wachsamkeit von Hausärzten ist gestiegen, sicher auch durch die öffentliche Aufmerksamkeit durch Prominente, die sich zu einer Erkrankung bekennen. Zudem hat das „Bündnis gegen Depression“ in Teilen Deutschlands verstärkt Aufklärung betrieben.

Was sind Warnsignale eines seelischen Leidens?
Patienten berichten häufiger über eine länger anhaltende Traurigkeit ohne erkennbaren Grund, starke Ängste, Konzentrationsstörungen, Abgeschlagenheit ohne körperliche Ursache.

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