Februar 3, 2012
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Wetter von Angela Hoffmann

Die Bib(b)er-Prognose

Hoch „Dieter“ lenkt nach wie vor eiskalte Luft von Russland nach Deutschland, so dass auch an diesem Wochenende Gefrierschrank-Temperaturen angesagt sind, sagen die Meteorologen. Wer behauptet da noch, dass es bei uns keinen richtigen Winter mehr gibt?

Was Kälte bewirkt
Wie der Körper auf die Kälte reagiert.
Foto: dpa
Schwerin (nk)  

Und er hatte doch Recht: Mitte Januar hatte Mario Krüger, Ranger im mecklenburgischen Naturpark Sternberger Seenland, einen baldigen Wintereinbruch vorausgesagt.

 

Seine Begründung fußte auf Beobachtungen der vergangenen Jahre: Immer wenn die Biber Schlamm auf ihre Burgen gepackt hatten, waren Kälte und Schnee nicht mehr weit gewesen. Von manch einem Biologen wegen dieser Theorie belächelt, hat Mario Krüger nun gut lachen. Wieder einmal war die Schlammpackung der Biber das richtige Indiz dafür, dass sich alle anderen nun warm anziehen können.

 

Die Kälte ist noch nicht auf dem Rückzug

 

Und die Kälte ist noch nicht auf dem Rückzug, wie Mirko Klein von der Wetterwarte Warnemünde sagt. Wenn es klar bleibe, könnten die Tiefstwerte in der Nacht zu Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern minus 17 Grad erreichen. Anschließend sei allerdings wieder mit einem leichten Anstieg der Temperaturen bis zur Wochenmitte zu rechnen, so der Experte vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

 

Die klirrend kalten Tage und Nächte entsprächen einer normalen Wetterlage, sagt Klein. Im Januar habe der Mittelwert mit 2,6 Grad sogar höher gelegen als im Vorjahresmonat mit 1,4 Grad.  „Der vergangene Winter war lang und gleichmäßig kalt. In diesem Jahr waren die ersten beiden Januarwochen dagegen überdurchschnittlich warm mit bis zu 8 Grad, bevor es dann deutlich kälter wurde.“

 

Warnung vor zu starken Eingriffen in die Natur, um Tieren zu helfen

 

Sehr kalt, aber nicht ungewöhnlich  – so ordnet auch Arndt Müller vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in MV das derzeitige Wetter ein. Er warnt vor zu starken Eingriffen in die Natur, um den Tieren zu helfen. „Die meisten heimischen Arten sind hervorragend an längere Kälteperioden angepasst“, sagt Müller.

 

Grundsätzlich sei es zwar in Ordnung, bei Schnee und Kälte beispielsweise die Vögel zu füttern. Dabei sollte man jedoch auf zertifiziertes Futter aus der Region zurückgreifen, rät der Experte. Vogelfutter, das Sämereien aus der ganzen Welt enthalte, könne sogar dazu führen, dass Arten eingeschleppt würden, die nicht zur heimischen Flora gehörten.

 

Brot ist als Futter völlig ungeeignet

 

Auf keinen Fall geeignet als Futter sei Brot. „Abgesehen vom Salz sind in vielen Broten heute Inhaltsstoffe wie Invertzuckersirup enthalten, die nicht zum üblichen Nahrungsspektrum der Vögel gehören und ihnen deshalb auch nicht gut tun“, weiß Müller. Das beste Mittel, die Tiere über den Winter zu bringen, seien Beerensträucher und noch nicht ganz abgeernete Apfelbäume, die genügend von der richtigen Nahrung bieten würden.

 

Sowohl bei Vögeln als auch bei Wildtieren sei es bei Kälte albern, immer gleich von einem Notstand zu sprechen, meint Müller. Der Bestand sei dadurch nicht gefährdet. Die eigentliche Gefahr liege vielmehr darin, den Tieren immer mehr von ihrem natürlichen Lebensraum wegzunehmen.

 

Bei Kälte gut das Gesicht eincremen - besonders bei Kleinkindern

 

Dass Menschen bei Eiseskälte eher weniger entspannt sind hat aus Sicht von Medizinern gute Gründe. Kleinen Kindern können zum Beispiel die Nasenspitzen abfrieren, warnt der Berliner Internist Hans-Ulrich Jahn. Bei Kälte sollte man sie deshalb nicht nur im Kinderwagen dick einmummeln, sondern ihnen auch das Gesicht gut eincremen. 

 

Auch ältere Menschen mit Untergewicht sollten sich wärmer anziehen als andere, rät der Arzt. Richtig eingepackt, brauche man aber nicht auf einen Spaziergang  zu verzichten. Im Gegenteil: Die Luft sei sehr gesund, das Sonnenlicht wichtig für die Stimmung.

 

Prognose: Insgesamt werde der Winter nicht besonders streng

 

Mit einem weißen Winter rechnet der Wetterexperte Mirko Klein noch eine Weile. Im Nordosten seien statt üppiger Schneefälle aber überwiegend Schneeschauer zu erwarten.

 

Selbst das haben die Biber im Naturpark Sternberger Seenland vor geraumer Zeit offenbar schon geahnt. In diesem Jahr haben sie nämlich weniger Schlamm auf ihre Burgen gepackt als in den zurückliegenden  beiden Wintern. Die Prognose von Ranger Mario Krüger lautet deshalb: Insgesamt wird dieser Winter nicht besonders streng. Warten wir es ab ...

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