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von Redaktion
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Mit dem Atomausstieg steht auch die nukleare Sicherheitsforschung in Deutschland auf dem Prüfstand. „Unsere Kompetenz in Sicherheitsfragen ist international sehr gefragt, aber wie lange noch?“, sagte Kernreaktor-Experte Joachim Knebel, Bereichsvorstand am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Politik müsse nun entscheiden, in welcher Richtung es mit der Nuklearforschung weiter gehen solle. Gleichzeitig warnte er davor, den Energieforschungsbereich zu schnell umzustrukturieren.
Deutschland brauche trotzdem Nuklearforscher
„In jedem Fall unterstützen wir den Umbau unseres Energiesystems“, versicherte Knebel klar. Dennoch brauche Deutschland Fachleute in der Nuklearforschung, nicht zuletzt um die Sicherheitsstandards ausländischer Kernkraftwerke beurteilen zu können und international respektiert und sprechfähig zu sein. Die deutsche Atomforschung habe sich in den vergangenen Jahrzehnten eine hohe Reputation erarbeitet. Vor allem die in Deutschland entwickelte Sicherheitstechnik für Atomkraftwerke genieße weltweit einen exzellenten Ruf.
„Etliche Entwicklungen wie der Kernfänger unter dem Reaktordruckbehälter oder Wasserstoffrekombinatoren stammen aus Deutschland“, sagte Knebel. „Diese Kompetenzen drohen jetzt verloren zu gehen.“ In Europa liege Deutschland bei diesem Fachgebiet zurzeit noch auf Nummer zwei hinter Frankreich. Mehr als 20 der rund 80 Euratom-Forschungsprojekte stünden unter deutscher Federführung. Bei zehn Projekten habe das KIT die Koordinatorenrolle und sei damit die stärkste Forschungseinrichtung in Europa.
Ausstieg bietet auch Chancen
„Bei dem Unfall in Fukushima etwa waren wir dank unserer Rechenprogramme als Einzige weltweit in der Lage, tagesaktuell auf der KIT-Homepage zu veröffentlichen, welche japanischen Regionen in den nächsten 24 Stunden von welchem radioaktiven Fallout betroffen sein werden“, erklärte Knebel. „Und unsere Vorhersagen haben sich durch den Vergleich mit späteren Messungen vor Ort fast alle bestätigt.“
Die Energiewende in Deutschland biete für die Nuklearwissenschaft aber auch Chancen. „Im Moment sind wir gefragte Berater für Länder wie Jordanien, Indonesien oder Malaysia, die mit dem Gedanken spielen, Kernkraftwerke zu bauen“, erzählte Knebel. „Sie sind neugierig auf unsere fachkundige Meinung, da wir ihnen keine Kernkraftwerke verkaufen wollen, sondern vor allem die Möglichkeiten alternativer Energien aus eigener Erfahrung benennen können.
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