
| Wirtschaft + Soziales |
von Sabrina Panknin
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Insgesamt 685 Falschgeld-Delikte waren 2010 in Brandenburg registriert worden. Das teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit. Dabei waren 895 nachgemachte Banknoten und Münzen entdeckt und aus dem Verkehr gezogen worden.
Vor allem die Euro-Banknoten werden gefälscht. Sehr beliebt unter den Fälschern sind dabei die 50-Euro-Scheine. Sie machen rund die Hälfte der entdeckten Blüten aus. Doch auch die 20-Euro-Banknote nehmen Kriminelle immer häufiger ins Visier. Ihr Anteil am Gesamtaufkommen von Falschgeld betrug 2010 rund 26 Prozent.
Den Blüten auf der Spur sind nicht nur Polizeibeamte, sondern auch andere. Vor allem Kassierer in Supermärkten und Drogerien sollten gezielt geschult werden, raten Experten. Denn falsche Euro-Scheine wollen die Kriminellen möglichst schnell in Umlauf bringen und im Gegenzug möglichst viel echtes Bargeld wiederbekommen. Deshalb kaufen sie oftmals nur Waren, für die sie wenig zahlen müssen, geben einen „großen“ Schein, um so viel echtes Bargeld wie möglich wiederzubekommen. Das gelingt den Fälschern vor allem dort, wo mit sehr viel Bargeld bezahlt wird und großer Andrang herrscht.
Die Falschgeldverbreiter suchen gezielt nach Gelegenheiten, in denen das Kassenpersonal unter Zeitdruck steht. Gern werden unübersichtliche Situationen an Kassen genutzt oder selbst Ablenkungsmanöver initiiert.
Doch nicht nur Scheine werden gefälscht, sondern auch Münzen. Allerdings ist die Tendenz rückläufig. Laut LKA waren in Brandenburg 2010 insgesamt 179 falsche Euro-Münzen aufgefallen. Im Jahr zuvor waren es noch 276. Bei den meisten Falsifikaten handelte es sich um falsche 2-Euro-Münzen.
Als Herkunftsregionen des Falschgeldes in Deutschland spielen laut LKA Süd- und Osteuropa, speziell Italien und Bulgarien, eine entscheidende Rolle. Entdeckt werde es in Brandenburg vor allem in den ehemaligen Schutzbereichen Märkisch-Oderland, Potsdam, Dahme-Spreewald, Cottbus/Spree-Neiße und Fläming. Rund 62 Prozent der Fälle werden aus diesen Regionen gemeldet. Allerdings sei zu beachten, dass sich dort auch Standorte von Geldbearbeitungsfirmen und eine Filiale der Bundesbank befinden. Hier sei durch die überörtlichen Zuständigkeiten für die Geldbearbeitung immer eine erhöhte Quote von Fällen gegeben.
Das Landeskriminalamt rät allen Menschen zur Achtsamkeit. Wer eine Blüte entdeckt und diese bewusst weiterverbreitet, begeht eine Straftat. Auch wenn Falschgeld ersatzlos eingezogen wird und das Opfer damit auf dem Schaden sitzen bleibt, sollte niemand versuchen, es selbst gegen richtiges Geld eingetauscht zu bekommen. „Bei Erkennen von Falschgeld wird dringend geraten, falsche Banknoten und Münzen umgehend der Polizei anzuzeigen“, betont das LKA und verweist auf strafrechtliche Konsequenzen.
Mit ein paar Tricks kann jeder eine Blüte von einer echten Banknote unterscheiden, weil nicht alle Sicherheitsmerkmale wie Hologramm oder Wasserzeichen gleichermaßen gut gefälscht werden.
Allerdings könne laut LKA durchaus von einer zunehmenden Qualität der Euro-Falschnoten sowohl bei Farbkopie als auch bei Druckfälschungen gesprochen werden. Das Erkennen der Fälschungen werde dadurch erschwert und erfolge oft erst bei der maschinellen Geldbearbeitung. Doch alle bisher aufgetauchten Fälschungen ließen sich zweifelsfrei als solche erkennen.
Wer sich nicht sicher ist, ob sich in seinem Portmonee eine Blüte befindet, sollte sich an das Prinzip Fühlen-Sehen-Kippen halten.
Die Sicherheitsmerkmale
Teil 10: Auf die Mischung kommt es an
Teil 9: Der Arbeitgeber spart mit
Teil 8: Riestern lohnt sich - meistens jedenfalls
Teil 7: Von Brakteaten und „Alu-Chips“
Teil 6: Ein Koffer voller Geld für ein bisschen Brot
Teil 5: Geld anlegen: Sicher oder ertragreich
Teil 4: Mit dem Einsechsteltaler fing alles an
Teil 3: Woher die Euromünzen kommen
Teil 2: Vom kleinen Preis zur Inflationsrate
Teil 1: Der Mann, der den Euro brachte|
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