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Zschäpes Richter ist ein „harter Hund“

Im Laufe seiner Juristen-Karriere hat Manfred Götzl (59) Mörder verurteilt, Islamisten und NS-Verbrecher. So gut wie alle Urteile des Münchner Richters hielten einer Prüfung stand. Vor dem Prozess um die Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ aber musste er sich jedoch eine höchstrichterliche Korrektur gefallen lassen. Das Bundesverfassungsgericht gab dem Vorsitzenden auf, die Vergabe der Presseplätze im Gerichtssaal nachträglich zu überarbeiten. Auch nach der Neuvergabe kehrte keine Ruhe ein.

Dabei gilt Götzl als ausgezeichneter Jurist. 2010 übernahm er den Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht München. Zuvor hatte er sieben Jahre die  Schwurgerichtskammer am Landgericht geleitet. Er kann aufbrausend reagieren und ist für seine bürokratische Ader bekannt.

Götzl hat Erfahrung mit spektakulären Fällen. Den Mörder des Modezaren Rudolph Moshammer verurteilte er zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. 2009 sorgte er mit dem Lebenslänglich für den 90-jährigen Ex-Wehrmachtsoffizier Josef Scheungraber wegen eines Massakers 1944 in Italien für Aufsehen.

Obwohl Götzls Urteile oft hart ausfielen, kassierte der Bundesgerichtshof nur ein einziges – er scheint der Richtige für das jetzige Verfahren. Die Bundesanwaltschaft hat sie der Mittäterschaft angeklagt. Götzls Senat ließ die Anklage in vollem Umfang zu.

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