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„2025 fehlen eine Million Wohnungen“

Berlin.Zu wenige und zu teure Wohnungen? Der Mieterbund fürchtet, dieser Zustand könnte zumindest in Deutschlands gefragten Städten zum Normalfall werden: „Wenn die Politik nicht eingreift und gegensteuert, werden im Jahr 2025 rund eine Million Wohnungen fehlen“, klagte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips am Freitag in Berlin.
Steuermittel von mindestens zehn Milliarden Euro jährlich seien notwendig, um das Horrorszenario unbezahlbaren Wohnraums für viele zu verhindern. Rips lobte die Oppositionsparteien SPD, Linke und Grüne – die hätten in ihre Programme zur Bundestagswahl Kappungsgrenzen für Mietpreissteigerungen bei Neuvermietungen aufgenommen.
Mit einer Mietpreisbremse hatte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück frühzeitig angefangen, um Stimmen zu buhlen. Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte nachgelegt, mit anderem Akzent: Er will unter anderem die Eigenheimzulage für Familien mit Kindern wieder einführen, um die eigenen vier Wände erschwinglicher zu machen.
Der Mieterbund schlug gestern einmal mehr Alarm: „Deutschland hat eine neue Wohnungsnot“, lautet der Befund. In Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstädten fehlten bereits heute 250 000 Wohnungen. Immer mehr Sozialwohnungen würden aus der Preis- und Belegungsbindung herausfallen – 100 000 neue Sozialwohnungen pro Jahr würden benötigt, um den bereits um ein Drittel auf 1,6 Millionen reduzierten Bestand nicht noch weiter absinken zu lassen.
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie meldete zwar unlängst, dass 2013 insgesamt 230 000 Wohnungen fertiggestellt würden, 20 000 mehr als im Vorjahr. Gebraucht würden jedoch mehr als 250000 pro Jahr. Die Gründe: Die Zahl der Einpersonenhaushalte steigt und es gibt zu wenig geeignete kleinere Wohnungen für Ältere.sla

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