Nordkurier.de

250 Jahre königliche Bildergalerie in Sanssouci

Das Lob an die Adresse Friedrichs des Großen hätte größer kaum ausfallen können:„Was die Galerie betrifft, so ist sie unbestritten – nach St. Peter in Rom – das Schönste, was es auf der Welt gibt“, schrieb ein gewisserMarquis d'Argens, nachdem er 1761 in Potsdam einen Kunstgenuss der besonderen Art erlebt hatte.

Kaum einen Steinwurf von Sanssouci entfernt hielt sich der Preußen-Herrscher ein Privatmuseum, das seines Gleichen suchte. Die Gemälde stammten unter anderen von Peter Paul Rubens, Anton van Dyck, Rembrandt, Andriaen van der Werff, Giulio Romano und Carlo Maratta. Hinzu kamen wertvolle Skulpturen. Die Hülle für all diese Kostbarkeiten stammte von Baumeister Johann Gottfried Büring. Er gestaltete die Galerie in Form einer Orangerie. Vor 250 Jahren wurde sie eröffnet und ist nach ihrer 1996 abgeschlossenen Sanierung nun erstmals wieder mit vielen Originalen bestückt, die im Laufe der Zeit in viele Winde verstreut worden waren.Die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin unterstützte das Vorhaben durch umfangreiche Leihgaben.

Ausstellungsmotto: „Die Schönste der Welt“

Das Nationalmuseum im polnischen Poznan verlieh zwei Büsten, die sich seit 1909 dort befinden. Im angeschlossenen kleinen Kabinett wird ein außergewöhnlicher Eindruck von der originalen barocken Hängung wie zu Friedrichs Zeiten vermittelt.
„Die Schönste der Welt“ als Ausstellungsmotto würdigt nicht nur den ältesten noch erhaltenen eigenständige Galeriebau in Deutschland. Es erinnert zugleich an den Vater des Musenortes. Der eher als Kriegsherr bekannte Friedrich war schließlich auch künstlerisch und musikalisch ambitionier. Für die Galerie ließ er sich von Agenten Werke berühmter Künstler europaweit kaufen. Dafür griff er tief in die Tasche. Für die französischen Skulpturen erteilte er eigens Aufträge. Der Rundgang ist eine Reise durch die Stilkunde der Malerei: Niederländischer Barock hängt neben italienischer Hochrenaissance. Neu- und alttestamentliche Themen, Szenen aus der Antike, Liebe und Tod, Jugend und Alter, Krieg und Frieden wechseln sich ab. „Der Betrachter ist eingeladen, den Wettstreit der Künste mit eigenen Augen zu erkunden“, sagt Kustodin Saskia Hüneke. Die Gemälde hängen dicht an dicht.

Die Wirkung wird durch wertvolle Rahmen unterstrichen. Auch die Inneneinrichtung der Galerie hat Schauwert. Wände und Fußboden wurden mit Marmor verkleidet, die Decke ziert vergoldeter Stuck. „Friedrich wollte ein Gesamtkunstwerk“, sagt die Kustodin.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×