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Außenseiter Uckermark schlägt den Schwarzwald

Die Uckermark ist die Nachhaltige Tourismusregion 2012/2013. Der Landstrich gewann am Montag den erstmals ausgelobten gleichnamigen Bundeswettbewerb und setzte sich im Finale gegen das Allgäu, den Bayerischen Wald, die Insel Juist und den Schwarzwald durch. „Die Uckermark hat es geschafft, unter schwierigen Bedingungen ein überzeugendes touristisches Angebot auf die Beine zu stellen“, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU).

Sein Ministerium, das Bundesamt für Naturschutz und der Deutsche Tourismusverband (DTV) hatten den Wettbewerb organisiert, um nachhaltigen Tourismus in Deutschland zu stärken und bekannter zu machen.

Uckermark-Landrat Dietmar Schulze (SPD) äußerte sich begeistert, dass seine Region gesiegt hat. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte er. „Wir waren schon stolz und überrascht ins Finale zu kommen.“ In der Tat hatte Leonie Umbach von der Tourismus Marketing Uckermark GmbH vor der Entscheidung noch gesagt, im Vergleich zu touristischen Schwergewichten wie dem Allgäu oder dem Schwarzwald sei die Uckermark noch ein Geheimtipp.

Ab nächsten Monat in allen Großstädten Werbung für die Uckermark

Im April hatte sich eine Jury einen Eindruck von der Region verschafft. Für die Uckermark habe sich die Teilnahme schon vor dem Sieg ausgezahlt, hatte Umbach gesagt. Ab Juni wird in allen deutschen Großstädten mit Plakaten auf die Finalisten aufmerksam gemacht.

Mit der Auszeichnung verbunden ist eine Marketing-Aktion. DTV-Präsident Reinhard Meyer betonte das Zusammengehen von Tourismus und Naturschutz. „Ein ganzes Netzwerk touristischer Unternehmen setzt in der Uckermark auf Ökostrom, energetische Gebäudesanierung und regionale Bioprodukte“, sagte er. Auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) gehörte zu den Gratulanten: „Glückwunsch in die Uckermark! Das ist ein toller Erfolg für die Tourismusregion – auf die in diesem Jahr auch mit der Landesgartenschau in Prenzlau die Blicke gerichtet sind.“ Christoffers sieht mit der Auszeichnung die Ausrichtung des märkischen Tourismus’ auf dem richtigen Weg.

Die Einsamkeit gehört zum Erfolgsrezept

Der Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Dieter Hütte, ergänzte, die Uckermark habe ihre Strategie konsequent auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgerichtet. „Viele touristische Leistungsträger der Region – von der Ferienwohnung über den Campingplatz bis zum Floßcharter – machen hier mit und zeigen, dass man mit Nachhaltigkeit durchaus Geld verdienen kann. Unter den Reiseregionen Brandenburgs ist die Uckermark bei diesen Themen ein klarer Vorreiter“, sagte Hütte.

Der Landkreis gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen in Deutschland. Gerade deshalb ziehe sie eine bestimmte Klientel an, erläutert Heike Zumpe von der tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH. „Hier können sie Rad fahren und wandern ohne einen Menschen zu treffen.“ Die Uckermark biete Ruhe, Natur und Gelassenheit – ideal, um sich zu erholen. 2012 wurden mehr als 836000 Übernachtungen gezählt, allein in den Beherbergungsstätten mit mehr als neun Betten.

Die „Toskana des Nordens“ besticht mit Seen, Wäldern, Mooren

Bei Touristen ist die „Toskana des Nordens“ besonders wegen ihrer mehr als 500 Seen, wegen ausgedehnter Wälder, Moore und Flüsse beliebt. Besondere Attraktionen sind Brandenburgs einziger Nationalpark Unteres Odertal, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und der Naturpark Uckermärkische Seen.

Auf noch mehr Touristen nach dem Wettbewerb ist die Uckermark eingestellt. Der Tourismus sei mit rund 9000 Arbeitsplätzen ein aufstrebender Wirtschaftsfaktor, sagte der Landrat. Unbekannte Ecken seien erschlossen, die Infrastruktur erheblich verändert worden.

An dem Wettbewerb beteiligten sich 34 Regionen aus zwölf Bundesländern. Eine Jury hatte nach 50 Kriterien aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Sozialverträglichkeit die touristischen Angebote vor Ort geprüft.

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