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Bahn entschuldigt sich für ICE-Unglück

VonMichael Evers

Die Frage nach Vermeidbarkeit und Schuld riss nach dem ICE-Unglück von Eschede tiefe Gräben zwischen Angehörige und die Bahn.

Eschede.Späte Geste der Versöhnung: 15 Jahre nach der ICE-Katastrophe von Eschede hat die Deutsche Bahn sich entschuldigt. „Wir wollen uns für das entstandene menschliche Leid entschuldigen“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Montag bei der Gedenkfeier für die 101 Todesopfer des Unfalls. „Auch wenn wir dadurch nichts ungeschehen machen können, bitten wir Sie, unsere Entschuldigung anzunehmen, sie kommt wirklich von ganzem Herzen.“
Der Sprecher der Selbsthilfe der Opfer, Heinrich Löwen, dankte Grube. „Auf dieses Zeichen der Menschlichkeit haben wir lange gewartet.“ Der ICE „Wilhelm Conrad Röntgen“ war am 3. Juni 1998 wegen eines defekten Rades bei Tempo 200 entgleist und gegen eine Straßenbrücke gerast. Die meisten Waggons des mit rund 300 Reisenden besetzten Zuges wurden komplett zertrümmert.
Als Auslöser des Unfalls in der Lüneburger Heide wurde ein gebrochener Radreifen ausgemacht. Ein Prozess gegen Mitarbeiter der Bahn und des Radreifenherstellers wurde eingestellt. Im Personenverkehr setzt die Bahn seitdem ausschließlich auf Räder aus einem Guss.
„Wir, der Vorstand der Deutschen Bahn und auch mein Kollege und damaliger Vorstandsvorsitzender Johannes Ludewig, der unter uns weilt (...), sind uns des großen Leides bewusst, das Opfern und Hinterbliebenen durch den tragischen Unfall widerfahren ist“, sagte Grube.
Zu der Gedenkfeier waren Betroffene, Angehörige der Hilfsdienste und der Bahn sowie Einwohner des Heideortes an der neu gestalteten Gedenkstätte neben den Gleisen zusammengekommen. Mit Grube war erstmals ein Bahnchef eingeladen.

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