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Beim Mühlentag stehen Relikte im Mittelpunkt

Die Holländer Windmühle in Straupitz (Spreewald) fungiert als Mahl-, Öl- und Sägemühle.
Die Holländer Windmühle in Straupitz (Spreewald) fungiert als Mahl-, Öl- und Sägemühle.

Sie sind Relikte aus einer anderen Zeit. Etwa 5000 Mühlen gab es um 1900 in Brandenburg. Heute sind es noch etwa 1200. „Manche funktionieren, von anderen stehen nur die Reste“, sagt Torsten Rüdinger, Vorstandsmitglied im Mühlenverein Berlin-Brandenburg. Doch das Interesse an den Bauwerken nimmt zu. Zum traditionellen Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag stehen sie im Mittelpunkt. In Brandenburg sind rund 75 Mühlen geöffnet. Das Programm verspricht vielseitige Eindrücke.

In der Bockwindmühle Ketzür in Mühlenberg (Elbe-Elster) gibt es Brot und Kuchen aus dem Steinbackofen, in der Rosenmühle in Planebruch (Potsdam-Mittelmark) wird ein Mühlenstein geschärft. Besucher können sich erklären lassen, wie das mit der Wind- oder Wasserkraft funktioniert.

Früher unverzichtbar für fast jedes Handwerk

Erläutert werden auch die Unterschiede zwischen Bockwind- und Holländerwindmühle: Die erste steht auf einem dicken Pfahl, die andere auf einem gemauerten Fuß. Kleine Museen oder Ausstellungen erinnern an die Geschichte des Müllerhandwerks. Früher wurden Stoffe gewalkt, oder Lohmühlen zerkleinerten Zusätze für die Gerber. In Hammerwerken wurden Steine gebrochen. Andere Exemplare wiederum schliffen Metalldrähte für Nähnadeln oder schnitten Holzfurniere.

Heute wird vor allem Getreide gemahlen, Öl gepresst und Holz gesägt. In Brandenburg gibt es den Angaben zufolge noch 25 gewerbliche Mühlen.

Doch auch in den von Vereinen oder engagierten Inhabern betriebenen Mühlen bewegen sich die Räder von Zeit zu Zeit. In der legendären Historischen Mühle von Potsdam-Sanssouci wird beispielsweise regelmäßig Mehl für einen Bäcker gemahlen.
Etwa 80 Prozent der Brandenburger Mühlen stehen unter Denkmalschutz, wie Rüdinger berichtet. „Es sind komplexe Bauwerke, und die Erhaltung ist nicht einfach.“ Vielen Eigentümern fehle das Geld. Allein um das Bauwerk zu sichern, seien einige Zehntausend Euro notwendig. „Eine komplette Restaurierung erfordert schon mal eine Viertelmillion Euro.“

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