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BER-Architekt und Mehdorn lassen Rechtsstreit ruhen

Architekt Meinhard von Gerkan kann demnächst vielleicht wieder fröhlicher in die Zukunft blicken.
Architekt Meinhard von Gerkan kann demnächst vielleicht wieder fröhlicher in die Zukunft blicken.

Der erneuten Mitarbeit des vor einem Jahr entlassenen Architekten Meinhard von Gerkan beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens steht offenbar nichts mehr im Weg. Die Berliner Flughafengesellschaft und Gerkan lassen vorerst ihren Rechtsstreit ruhen, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Dabei geht es um eine Schadenersatzklage in Höhe von 80Millionen Euro, die die Flughafengesellschaft gegen die Planungsgemeinschaft BBI um Gerkan und Partner wegen fehlerhafter Planungen angestrengt hat.

Das Landgericht Potsdam hatte angekündigt, die Klage am 16. Mai zu prüfen. Ob es bei diesem Termin bleibt, ist unklar. Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte, er könne nur wiederholen, was er schon oft gesagt habe: „Flughafenchef Hartmut Mehdorn spricht mit allen Leuten und tut alles dafür, den Flughafen so schnell wie möglich zu eröffnen.“

Platzeck positiv gestimmt

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft, der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), signalisierte seine Zustimmung. „Ich finde es gut, wenn Herr Mehdorn Sachverstand zusammen sammelt“, sagte Platzeck.

Der Aufsichtsrat trifft sich am kommenden Freitag zu seiner nächsten Sitzung. Bereits heute will der Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Lindner, ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages vorstellen. Dabei geht es um die Frage, ob Tegel auch nach Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld offen bleiben kann. Auch Mehdorn hatte diese Frage aufgeworfen.

Zeitung: Tegel könnte weiter betrieben werden

Nach Informationen der „B.Z.“ kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass Tegel weiter betrieben werden könnte, wenn wichtige Rechtsgrundlagen geändert würden. Berlin und Brandenburg müssten gemeinsam ihren Landesentwicklungsplan für die Flughafenregion ändern. Ferner müsste der Planfeststellungsbeschluss geändert werden. Das hätte allerdings langwierige Neuplanungen sowie vermutlich erneute Klagen von Anwohnern zur Folge. Zudem müsste Berlin den Entwidmungsbescheid für den Flughafen Tegel widerrufen.

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