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Ex-Minister Rupprecht weist Vorwürfe zurück

Der ehemalige brandenburgische Bildungsminister Holger Rupprecht.
Der ehemalige brandenburgische Bildungsminister Holger Rupprecht.

Brandenburgs früherer Bildungs- und Sportminister Holger Rupprecht (SPD) hat Vorwürfe über zu viel Nähe zwischen Politik, Wirtschaft und Sport im Land zurückgewiesen. Er selbst habe als Präsident des Handballvereins 1. VfL Potsdam in seiner Zeit als Minister keine Sponsorenwerbung gemacht, sagte Rupprecht vor einem Untersuchungsausschuss des Landtags. Das Gremium will in den kommenden Monaten klären, ob Mitglieder der Landesregierung Einfluss auf die Vergabe von Fördermitteln an Vereine oder Sponsoren von Vereinen ausgeübt haben, in denen sie Ämter innehatten.

"Educon hat nie Fördermittel bekommen"

Rupprecht wies auch Vorwürfe zu einem Sponsoring des Aus- und Weiterbildungsdienstleisters Educon für den Verein zurück. Die Firma sei von 2006 bis 2010 Sponsor des 1. VfL gewesen. In dieser Zeit war Rupprecht Minister und die Firma habe Zuschüsse des Ministeriums erhalten. „Educon hat nie Fördermittel bekommen, sondern Zuschüsse entsprechend der Zahl der Schüler“, sagte Rupprecht. Dabei habe es sich um Zuschüsse gehandelt, die allen Schulträgern zustünden. Educon sei nie ein Hauptsponsor des Vereins gewesen, auch wenn der Name zeitweise auf dem Trikot gestanden habe, betonte Rupprecht. „Ich habe bei der Rekrutierung dieser Firma keine Rolle gespielt.“

Auf Nachfrage räumte der langjährige Vereinspräsident aber ein, als rechtlicher Vertreter des Vereins alle Verträge unterschrieben zu haben. Die Verhandlungen mit Educon habe jedoch ein anderes Vereinsmitglied geführt.

Vor dem Ausschuss wurde auch die Korruptionsexpertin Elke Schaefer angehört. Die Konstellation sei für sie unglücklich, aber kein Indiz für Korruption, sagte sie.
Rupprecht beklagte wie zuvor Turbine-Potsdam-Trainer Bernd Schröder den Schaden, den die Debatte um Sponsoring für die Sportvereine gebracht habe. „Sponsoring ist lebensnotwendig“, sagte Rupprecht. Der Handball-Drittligist 1. VfL Potsdam hat Anfang Juni einen Insolvenzantrag gestellt. Grund waren unter anderem Altlasten und zwei Sponsoren, die abgesprungen waren.

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