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Freileitungen, Friedhöfe und fiese Diebe

Alles was nicht niet- und nagelfest ist, lassen Metalldiebe mitgehen. Besonders Zink und Kupfer sind begehrt.
Alles was nicht niet- und nagelfest ist, lassen Metalldiebe mitgehen. Besonders Zink und Kupfer sind begehrt.

Metalldiebe haben in Brandenburg im vergangenen Jahr einen Schaden von 6,3 Millionen Euro verursacht. Wie das Landeskriminalamt in Eberswalde mitteilt, sei das verglichen mit 2009 (1,5 Millionen Euro) das Vierfache.

2011 hatten die Beamten in der Mark 2604 Fälle von Metalldiebstahl registriert. Obwohl es im vergangenen Jahr 210 Fälle weniger waren, stieg die Schadenssumme an. Ein Gegensatz, der sich durch die gestiegenen Marktpreise und die Art der Diebstähle erklärt. „Wir haben hier alle Straftaten betrachtet, bei denen es den Tätern um Buntmetall, Metall, Buntmetallschrott, Edelmetall, Schrott, unedles Metall, Kabeltrommel oder Kabel ging“, erläutert Karina Schulter, Sprecherin des Landespolizeipräsidiums. Auf Gleis- und Bahnanlagen, Tagebaugeländen, an Freileitungen, in Wind- oder Solarparks und auf Firmengeländen haben sich die Metalldiebe ihre wertvolle Beute geholt.

An der Grenze die häufigsten Fälle

„Unsere Aufklärungsquote betrug 34 Prozent und ist damit wieder deutlich angestiegen“, sagt die Sprecherin. Im vergangenen Jahr erwischten die Beamten dabei deutlich mehr einheimische Tatverdächtige, 31,6 Prozent mehr als 2011. „In den  Zuständigkeitsbereichen der Inspektionen gibt es außerdem eine sehr unterschiedliche Entwicklung der Fallzahlen. Am häufigsten von derartigen Delikten sind die Polizeiinspektionen mit unmittelbarem Grenzbezug betroffen. Metalldiebstähle stellen sich aber nicht ausschließlich als ein Problem in der Grenzregion dar“, erklärt Karina Schulter.

Potsdam (180Fälle), Brandenburg an der Havel (154 Fälle) und Finsterwalde (113) waren im Jahr 2012 am häufigsten von Metalldiebstählen betroffen. Weitere Städte mit hohen Fallzahlen waren Eberswalde, Cottbus sowie Frankfurt (Oder), Guben, Schwedt (Oder), Schönefeld, Fürstenwalde, Lübbenau und Wittenberge.

Kupferdach von Friedhofsgruft abgerissen

Wie pietät- und rücksichtslos die Täter vorgehen, zeigte ein Fall in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark). Dort hatten Unbekannte auf dem Südwestfriedhof Kupferdachplatten von einer Familiengruft abgerissen.

In Krampfer (Prignitz) hatten sich Diebe eine Windkraftanlage vorgenommen. Im Turm haben sie sechs Kupfer-Kabelstränge mit je 15 Metern Länge herausgetrennt und entwendet. Der Schaden betrug 30000 Euro.

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