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Gefahr durch Hochwasser in Brandenburg nimmt zu

Schnell strömt das Wasser des Flusses Dahme durch ein Wehr in Prieros (Brandenburg). An mehreren Orten habe das Amt die Alarmstufe 2 des Landes ausgerufen.
Schnell strömt das Wasser des Flusses Dahme durch ein Wehr in Prieros (Brandenburg). An mehreren Orten habe das Amt die Alarmstufe 2 des Landes ausgerufen.

„In den nächsten Stunden und Tagen müssen wir insbesondere an Elbe, Elster, Spree und vielleicht der Neiße mit schwierigen Situationen rechnen“, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Das Elbehochwasser könnte Brandenburg aus seiner Sicht ähnlich stark treffen wie das Hochwasser 2002. Im Gegensatz zu damals sei man aber besser vorbereitet, sagte Platzeck dem „Uckermark Kurier“. Die Schäden wurden damals auf mehr als 200 Millionen Euro beziffert.

Pegel der Elbe steigt

Der Pegelstand der Elbe bei Wittenberge (Prignitz) steigt weiter und wird nach Expertensicht am Sonntag den Wert vom Jahrhunderthochwasser 2002 übertreffen. Gerechnet werde mit 7,50 Meter, 2002 waren es 7,34 Meter, sagte der Leiter der unteren Wasserbehörde, Bernd Lindow. Derzeit herrscht noch Alarmstufe 1. In der Regel ist die Elbe an der Stelle nach Angaben des Bundesamtes Wasser- und Schifffahrtsverwaltung etwa 2,50 Meter hoch.

Wann der Scheitelpunkt in Wittenberge erreicht wird, ist noch unklar. Zunächst wurde der Scheitel der Moldau im Laufe des Tages in Prag erwartet. Das später mit der Elbe zusammenlaufende Hochwasser gelangt dann in drei bis vier Tagen nach Dresden. Mit weiteren Tagen Verzögerung erreicht das Wasser dann Wittenberge.

Nach der Vorhersage des Hochwassermeldezentrums in Potsdam wird am Donnerstag dort mit der Alarmstufe 4 gerechnet. Dann wird der Pegel voraussichtlich bereits 7,30 Meter anzeigen. Derzeit steht das Wasser des Flusses etwa 5,25 Meter hoch und es gilt Alarmstufe 1. Innerhalb von 24 Stunden von Montag 06.00 Uhr bis Dienstagmorgen schwoll das Wasser des Flusses nach den Angaben um 19 Zentimeter an.

Talsperre Bautzen ist randvoll

An der Spree geht der Blick zur Talsperre Bautzen. „Die ist randvoll und droht überzulaufen“, sagte der Sprecher des Landesumweltamtes, Wolfgang Genehr. „Der Hochwasser-Stauraum ist schon bis zu einem Viertel gefüllt“, erklärte Genehr. Daher muss mehr Wasser abgelassen werden. Dabei werde noch mehr Eisenschlamm aus der Talsperre in Richtung Spreewald gespült. „Das ist das Horrorszenario, was wir befürchtet haben“, sagte Jana Eitner vom Aktionsbündnis „Klare Spree“. Weitere Wasser-Verschmutzung sei die Folge.

Die Bürgermeister klagen unterdessen über den Zustand der Schutzanlagen. „Seit dem letzten Hochwasser 2010 ist in Sachen Deichsanierung wenig bis gar nichts geschehen“, sagte der Bürgermeister von Bad Liebenwerda, Thomas Richter (CDU). Auch sein Herzberger Amtskollege, Michael Oecknigk (CDU), zeigte sich verstimmt. Ministerpräsident Platzeck (SPD) habe zwar Unterstützung zugesichert. „Aber das ist die Hilfe in der Not. Hochwasserprävention hingegen findet gar nicht statt.“ Platzeck erklärte, dass die wesentlichen Schadstellen an der Schwarzen Elster zwar beseitigt wurden, „aber die grundsätzliche Sanierung steht hier noch bevor“.

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