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Hochglanz-Babys haben ausgelächelt

VonDetlef Drewes

Die EU regelt die Etiketten von Nahrung für Kleinkinder neu. Auch Diät- und Sportleressen wird genauer gekennzeichnet.

Brüssel/Strassburg.Die Zeiten, in denen glücklich strahlende Babys von Lebensmittel-Packungen lächelten, sind vorbei. Das Europäische Parlament hat in Straßburg neue Vorschriften für Säuglingsnahrung erlassen. Irreführende Verpackungen, die der Mutter suggerieren, es gäbe für ihr Kleines unter zwölf Monaten etwas Besseres als die eigene Milch, müssen dann vom Markt verschwinden. Bei der Produktion soll der Einsatz von Pestiziden beschränkt werden.
„Wir wollen verhindern, dass durch beschönigende Fotos der Eindruck erweckt wird, Ersatzprodukte seien besser als das natürliche Stillen“, sagte die CSU-Europa-Abgeordnete Anja Weisgerber. „Muttermilch ist die gesündeste Nahrung für Säuglinge und Vermarktungsstrategien der Hersteller von Ersatzprodukten sollen Eltern nicht vom Gegenteil überzeugen dürfen“, erklärte die Grünen-Fraktionschefin Rebecca Harms. Damit nicht genug. Höchst unzufrieden sind die europäischen Ernährungswissenschaftler auch mit der so genannten Kinder- oder Wachstumsmilch. Dabei handelt es sich um Erzeugnisse, die für Mädchen und Jungen bis zu drei Jahren bestimmt sind, deren positiver Einfluss auf die Gesundheit der Kleinkinder aber umstritten ist. In einigen Fällen könne es sogar zu Schädigungen kommen, hieß es in Straßburg.
Weitgehendes Neuland betritt die EU mit der künftigen Gesetzgebung zu Lebensmitteln, die für Diäten entwickelt wurden oder auf den besonderen Bedarf von Sportlern abzielen. Schon bisher müssen solche Produkte Hinweise tragen, aus denen klar ersichtlich ist, für wen sie gedacht sind. Diese inzwischen 30 Jahre alten Vorschriften wurden nun neu gefasst.

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