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Im Spreewald kommt die Postbotin mit dem Kahn

Andrea Bunar ist Postbotin, aber nicht irgendeine. Denn sie bringt Briefe, Postkarten und Pakete mit einem gelben Kahn. Damit schippert sie im Spreewald herum. Das ist eine Landschaft in Brandenburg, südöstlich von Berlin. In dieser Landschaft mit vielen Flüsschen und Kanäle liegt das Insel-Dörfchen Lehde. Die Grundstücke der Dorfbewohner grenzen ans Wasser. Die Leute haben ihre Briefkästen deswegen am Ufer angebracht. So kann Andrea Bunar die Post direkt über das Wasser zustellen. Die Bewohner von Lehde besitzen allerdings auch noch einen zweiten Briefkasten – an der Landseite ihrer Grundstücke. Denn im Winter bringt Andrea Bunar die Post nicht mit dem Kahn. Dann fährt sie mit dem Auto. „Das parke ich dann an manchen Stellen und nehme die Post in die Tasche oder unter den Arm und laufe die Wege ab“, erzählt sie. Dabei muss die Postbotin über viele Brücken gehen. „Das ist viel Lauferei und viel beschwerlicher, als mit dem Kahn zu fahren.“ Deswegen ist Andrea Bunar froh, dass sie jetzt wieder das Boot nehmen kann. Um vorwärtszukommen, stößt sie den Kahn mit einem langen Stock vom Boden der Kanäle ab. Das Fortbewegen auf diese Art heißt staken. Briefe und Postkarten transportiert Andrea Bunar in einer Plastik-Kiste. „Die Pakete liegen so auf dem Kahn. Wenn es regnet, decke ich sie mit einer Plane ab.“ Ins Wasser ist ihr zum Glück noch keine Post gefallen. Falls das doch mal passieren sollte? „Dann lege ich sie auf die Heizung“, sagt die Kahn-Postbotin.

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