Fr. 07. September 2012
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Kurioser Warentransport in der Uckermark von Redaktion

Käse für Dorfladen fährt Bus

Wo immer weniger Menschen leben, wird es für Läden und Nahverkehr schwierig. In der Uckermark wurde jetzt eine ungewöhnliche Lösung gefunden.

Am zentralen Omnibusbahnhof Prenzlau verladen zwei Busfahrer der UVG am Freitag die Güter in den nächsten Bus.
Am zentralen Omnibusbahnhof Prenzlau verladen zwei Busfahrer der UVG am Freitag die Güter in den nächsten Bus.
Foto: Interlink GmbH/ raumkom (dpa)
Angermünde/Potsdam (dpa)  

Käse im Kofferraum: Mit einem regulären Linienbus hat die Bauernkäserei Wolters aus dem uckermärkischen Bandelow  am Freitag erstmals Produkte ausgeliefert. Für den Warentransport wurde ein sogenannte Kombi-Bus genutzt, ein Linienbus, in dessen Kofferraum Platz für Transportbehälter ist. Der Bus nahm die herzhafte Fracht in Prenzlau an Bord und brachte sie nach Angermünde. Die Ware war für den Hofladen des Gutes Kerkow bestimmt. „Es ist alles gut angekommen“, sagte eine Gutssprecherin.

Mit dieser Idee will die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG) mehrere Probleme lösen. In dem dünn besiedelten Landkreis wird der Kombi-Bus im regulären Linienverkehr Produkte von einem Ort zum anderen fahren, unbemerkt von den Fahrgästen. Die 130 Busse des Unternehmens würden besser ausgelastet, die Versorgung der Bevölkerung abgesichert, sagte UVG-Geschäftsführer Lars Boehme. Für viele Dorfläden sei es zu teuer, sich vom Großhandel beliefern zu lassen - diese Lücke könne der Kombi-Bus füllen.

Investitionskosten praktisch bei Null

Erster Kunde ist die Q-Regio Handelsgesellschaft. Sie vermarktet regionale Produkte, darunter Käse aus der Bauernkäserei Wolters. Ziel sind 1000 beförderte Boxen pro Tag. Größte Hürde sei ein Gesetz gewesen, nach dem Fahrgäste getrennt von Lebensmitteln transportiert werden müssen, erläuterte Boehme. Die Investitionskosten hätten praktisch bei Null gelegen.

Mit Hilfe mehrerer Bundes- und Landesministerien habe aber geklärt werden können, dass der Transport in den Kofferraumklappen rechtlich „in Ordnung“ sei. Für Transportboxen und deren Inhalt seien die Auftraggeber verantwortlich. Das Projekt muss sich finanziell selber tragen. Das in Deutschland nach Angaben der Brandenburger Staatskanzlei bislang einmalige Projekt wurde vom Bundesinnenministerium und vom Land gefördert. Es sei eine mögliche Antwort auf den demografischen Wandel, hieß es. Vorbild waren ähnliche Modelle in Skandinavien.

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