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Kein Geld und deshalb keine Ahnung

Berlin.Fast zwei Drittel der Lehrer beklagen laut einer Allensbach-Umfrage ungleiche Bildungschancen für Kinder aus den unteren sozialen Schichten in Deutschland. Mehr als jeder zweite Pädagoge (54 Prozent) glaubt zudem, dass die Leistungsunterschiede zwischen Schülern aus einkommensstärkeren und -schwächeren Elternhäusern in den vergangenen fünf bis zehn Jahren eher zugenommen haben – besonders an Haupt- und Realschulen. Zudem sei der Unterricht wie der Umgang mit den Schülern deutlich schwieriger geworden. Verantwortlich werden dafür vor allem Defizite im Elternhaus gemacht.
Die repräsentative Umfrage im Auftrag der Vodafone-Stiftung wurde am Mittwoch vorgestellt.Demnach attestieren sich Schüler aus sozial hohen Schichten oft selbst gute Leistungen und gehen zu 42 Prozent auch gern zur Schule. Ärmere Kinder schätzen dagegen nur zu 37 Prozent ihre Leistungen als gut ein. Nur jeder Vierte aus dieser Gruppe geht gern zur Schule.
Für die sozialen Diskrepanzen machen die befragten Lehrer wie Eltern vor allem Erziehungsmängel verantwortlich. Der überwiegende Teil der Lehrer vermisst bei vielen Eltern eine „Vorbildfunktion“ und ausreichend Zeit für die Kindererziehung. Auch sind 76 Prozent der Lehrer der Meinung, dass Eltern aus den unteren Schichten vergleichsweise wenig Interesse am schulischen Alltag ihrer Kinder zeigen.
Zugleich beklagt aber auch die Mehrzahl der Lehrer, dass andere Eltern hingegen immer stärker versuchten, Einfluss auf die Gestaltung des Unterrichts und auf die Notenvergabe zu nehmen. Dies gilt laut Befragung in besonderem Maße für die Grundschulen.

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