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Kuscheltiere helfen Polizei und Feuerwehr

Ganz spezielle Freunde und Helfer: Teddys helfen Einsatzkräften dabei, Opfer oder Zeugen zu beruhigen und zu trösten.
Ganz spezielle Freunde und Helfer: Teddys helfen Einsatzkräften dabei, Opfer oder Zeugen zu beruhigen und zu trösten.

Viele Einsatzteams der Polizei, von Rettungsdiensten oder der Feuerwehr in Brandenburg haben sogenannte Trostteddys an Bord ihrer Fahrzeuge – und ihre Zahl wächst. Die plüschigen Begleiter sollen Kinder, die direkt oder indirekt unter Unfällen oder anderen furchtbaren Geschehnissen zu leiden haben, über den ersten Schmerz hinwegtrösten.

„Über die Teddys kommen die Kollegen besser an die zum Teil verängstigten Kinder heran“, erläutert Ulrike Glanz von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Die Stofftiere dienten oft als „Vermittler“ zu den ihnen fremden Polizeibeamten. Gerade in Fällen von Gewalt daheim könnten die Ermittler über den Teddy einen „Draht“ zu den Kinder herstellen.

Von 2003 bis Mitte 2012 seien in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin 840 Plüschbären verteilt worden, berichtet Glanz. Nicht nur Kinder freuten sich über die kuscheligen Präsente, auch behinderte oder stark traumatisierte Menschen fänden in ihnen einen Trostspender. Seit zehn Jahren stattet die Polizei in den beiden Landkreisen ihre Dienstwagen und Boote mit Trostteddys aus.

Es muss nicht immer ein Bär sein

Die Aktion war in Ostprignitz-Ruppin mit Hilfe von Spenden verwirklicht worden. Im Landkreis Prignitz werde die Aktion von einem Geldinstitut unterstützt, sagt die Polizeisprecherin. Vermittelt werden die Plüschbären von der Deutschen Teddy- Stiftung in Wittmund (Niedersachsen). Die Stiftung finanziert ihre Aktionen durch Spenden aus ganz Deutschland. „Die Bären gehen dann in die jeweilige Region der Spender“, betont Andratzke. Regelmäßig erreichten ihn Briefe von Kindern, die über ihre Erlebnisse mit den Bären, beispielsweise nach einem Unfall, schreiben.

Der Rettungsdienst im Landkreis Oberhavel erhält seine Plüschtiere vornehmlich von Privatpersonen oder den Kleiderkammern. „Bei uns trösten nicht nur Teddys“, sagt der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Torsten Reinhold. Auch andere Stofftiere würden dankbar entgegengenommen, gewaschen und dann eingeschweißt in die Rettungswagen verfrachtet.

In der Uckermark kommen Malhefte zum Einsatz

Auch der Rettungsdienst der Brandenburger Berufsfeuerwehren verfügt über einen kleinen Fundus an Plüschtieren.

Die Polizei in der Uckermark setzt dagegen keine kuscheligen Helfer ein. Gerald Pillkuhn, Sprecher der Polizeiinspektion Uckermark:„Wir haben nicht so viele Fälle, dass sich das lohnen würde.“ Die Beamten im Einsatz würden sich natürlich trotzdem besonders um die Betreuung von Kindern kümmern. „Auch bei uns werden die Kinder beschäftigt, zum Beispiel mit Malheften.“ Außerdem schaffe man Ruhezonen und sorge, falls nötig, für zusätzliche Betreuung. Letztendlich sei immer das Einfühlungsvermögen der Polizisten vor Ort gefragt.

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