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Neue Pillen sind meist unwirksam

Berlin.Es sind harte Zeiten für die Pharma-Industrie. Nach einer aktuellen Studie erweisen sich fast alle neuen Medikamente als Flop. Demnach bringt nur eines von zuletzt 23 neu auf den deutschen Markt gekommenen Arzneimitteln den Patienten zweifelsfrei mehr als ältere Präparate. Acht weitere neue Mittel gegen weit verbreitete Krankheiten bringen demnach etwas mehr, aber nicht wirklich viel – so das Fazit des am Freitag vorgestellten Innovationsreports 2013 der Techniker Krankenkasse (TK).
Das Ergebnis der Studie ist eine Kampfansage an die Arzneihersteller. „Was ist eine echte Innovation und wo geben wir einfach nur mehr Geld aus?“, fragt TK-Chef Jens Baas. Das müsse er als Verantwortlicher für 8,4 Millionen Versicherte schließlich wissen. Wenn mehr als die Hälfte der neuen Medikamente „keinen relevanten Zusatznutzen“ hat, sei es wichtig zu fragen, so Baas, „wie die Mittel angewendet werden“.
Bei dem einzigen Präparat mit unbestrittenem Zusatznutzen handelt es sich um Brilique zur Verhinderung von Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ein weiteres Mittel (Revolade) schneidet auch noch relativ gut ab. Angesichts der Ausgaben der gesetzlichen Kassen für die geprüften Arzneimittel von knapp 145 Millionen Euro könnten 68 Millionen Euro eingespart werden – ohne schlechtere Versorgung für die Patienten, wie TK-Chef Jens Baas betont.
Die Hauptgeschäftsführerin des Pharmaverbands vfa, Birgit Fischer, kontert: „Dieser Bericht ist interessengeleitet – hier geht es nur um die Rechtfertigung von Kostensenkung, nicht um eine gute Versorgung von Patienten.“
Studien-Autor Gerd Glaeske betonte, dass sich bei vielen Medikamenten erst nach längerer breiter Anwendung bei Zehntausenden Patienten zeige, ob sie die Gefahr teils erheblicher Nebenwirkungen brächten. Deshalb müssten die Medikamente auch zu einem späteren Zeitpunkt offiziell bewertet werden, so dass diese Risiken klar erkannt werden könnten.
Gefordert sei das höchste Gremium im Gesundheitswesen, der Bundesausschuss von Krankenkassen, Ärzten und Kliniken.

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